Reviews

Sanctuary

Label: Frontiers Records (2009)

Ach was waren das für Zeiten, als ich mein Erspartes in den lokalen Plattenladen meines Vertrauens trug, um mir eine Platte mit einem umwerfend schönen Rodney Matthews Cover und dem Titel "Time Tells No Lies" zu kaufen. Darauf hatten zwei Brüder, Chris und Tony Troy, Nachfahren griechischer Einwanderer in England, zusammen mit zwei Freunden ihrer hochmelodische aber trotzdem knackige Version der NWoBHM abgeliefert. Und wie!  Noch bis heute zählt "Time Tells No Lies" zu meinen 20 Lieblingsscheiben aller Zeiten. Nach einigen weiteren Singles und EPs und der anschließenden Umbenennung in Escape und Stratus war dann Schicht im Schacht und das Thema Musik war für die Troy Brüder erst einmal beerdigt. Zur zehnjährigen Feier der NWoBHM tourte man dann zusammen mit ehemaligen Iron Maiden Musikern durch Japan und veröffentlichte im Anschluss daran den Live Meilenstein "Live At Last". Paul Di'Anno ging dann sofort wieder von Bord, aber Dennis Stratton blieb der Band danach noch für 1,5 Jahrzehnte treu. Mit u.a. Gary Barden (ex-MSG, ex-Statetrooper) fans sich dann rasch ein weiterer namhafter Shouter und auch an den Drums fanden sich mit Clive Burr und Bruce Bisland immer wieder prominente Musiker in den Reihen der Band. Im Lauf der Zeit wurden die Songs immer ruhiger und melodischer. Dann Anfang des neuen Jahrtausends eine erneute mehrjährige Pause. Nun melkden sich die mittlerweile etwas älteren Herren mit einem erfrischend rockigen Album zurück, das die Heavy Metal Wurzeln wieder deutlich stärker berücksichtigt als das in den letzten Jahren geschehen ist. Dabei gibt man sich keine Blöße und schippert mit einem reifen und guten Alterswerk souverän über die Ziellinie. Es wäre der Band zu wünschen, dass sie endlich einmal die längst verdienten Lorbeeren einfährt.

Frank Scheuermann






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