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Damnation

Label: Music For Nations (2003)

Wenn mir jemand den Namen Opeth nennt erinnere ich mich sofort an Alben wie “My Arms Your Hearse” oder noch weiter zurück an die schwedischen Meister des Death Metal mit ihrer unglaublichen Härte und ihre auf der anderen Seite feines Gefühl für Meldodien und Rhythmus. Nach ihrem letzten Output „Deliverance“, dass als härtestes Opeth Album angesehen wird wurde ja schon angekündigt, dass eine Scheibe folgen sollte, die nur aus balladesken Opeth Liedern besteht, quasi der ungleiche Zwilling zum harten Vorgänger „Deliverance“.
Mit etwas unwohligem Gefühl habe ich diese CD erwartet, da ich wie oben angesprochen eigentlich ein anderes Bild von Opeth hatte, aber nach einigen Wortwechseln mit einem netten Kollegen eines befreundeten Online Magazins wurde mir klar, dass diese Scheibe als eigenständiges Album angesehen werden muss und dass nicht nur einfach ein paar Balladen von Schwedens Hard Rock Grammy Gewinnern eingespielt wurden.

Mit dem Opener ‚Windowpane’ wird die Tür in eine andere Welt eröffnet, sanfte Meldodien mit viel liebevoller Gitarrenarbeit, einem zahmen Gesang und wunderschönen Keyboardparts entführen zum Augenschließen und Träumen für knapp 8 Minuten. ‚In My Time Of Need’ wird dann noch einmal ein Gang zurückgeschaltet und ein etwas abgehackter Gesang führt in das langsam schneller werdende Lied ein, das Sehnsuchtsgefühle weckt. Mit einem virtuosen Songgebilde wartet dann ‚Death Whispered A Lullaby’ darauf, den Hörer noch tiefer in diese Welt hineinzuwerfen, bevor Gitarre und Gesang fast ganz das Heft in die Hand nehmen in ‚Closure’, einem vielleicht an dieser Stelle etwas ungünstig platziertem Song, den man vielleicht besser ans Ende gesetzt hätte, da in einer Art und Weise das Ende des Album herbeigespielt durch Mikael Akerfeldt und den Rest der Opeth Formation.

Wie der Songtitel schon sehr gut beschreibt ‚Hope Leaves’ den traurigsten Part der CD durch einen gedrückten Gesang von fern und traumhaften Gitarrenklängen. Diesem Feeling in nichts nachstehend können sich aber auch ‚To Rid The Disease’ und der letzte Song des Albums ‚Weakness’ nennen, die durch ihren schleppenden Rhythmus ein Gefühl der Traurigkeit im Hörer auslösen und dem Titel des Silberlings, „Damnation“ - der Verdammnis - alle Ehre machen.

„Damnation“ ist kein normales Opeth Album, es ist kein Metal Album, sondern vielmehr eine Scheibe für ruhigere Stunden alleine im Dunkeln, zu denen das richtige Feeling passt, dann ist „Damnation“ genau das richtige, um sich noch intensiver seinen Gefühlen zu widmen. Vom nebenbei Hören aber rate ich ab, da dann schnell das Album in den falschen Hals rutschen kann!

Thomas Schmitt






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