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Rising...Falling

Label: Finest Noise (2005)

No See’ems sind laut Bandangaben diese kleinen fiesen Stechmücken in der kanadischen Wildnis. Nun haben Stephan Scheurlen, Andreas Schuker, Ulf Gokeler und Gernot Schad diesen Namen übernommen um ihn zum Synonym von gepflegtem Rock’n’roll zu machen. Das Quartett aus Tübingen will aber genauso fies sein wie die Mücken, sie wollen mit ihrer Musik Blut saugen, stechen und quälen, nebenbei auch noch die angesprochenen Insekten vertreiben. Sie sehen sich als Metalcore Klone mit Indierock Einflüssen und nennen sich als Alternative zu No Means No, Kyuss, Tool oder auch mal Helmet. Das Debüt wird zeigen, ob die Jungs Recht haben.

Von Stichen oder Quälereien merkt man wenig, wenn „Rising…Falling“ anstartet. Kräftige rock’n’rollige Gitarrenklänge dröhnen aus den Lautsprechern und im Hintergrund hört man den Bass wummern. Die gebotene „Melodie“ oder das Riffing an sich, ist leider ein Armutszeugnis, denn es ist eintönig, einfallslos oder einfacher gesagt: Langweilig. Man kann an dieser Stelle nur hoffen, dass das ein Ausrutscher des Quartetts war und lauscht was nun kommt. Der Anfang von ‚Puppets’ klingt verlockend, doch der Trott geht nach dem Impuls von Kreativität weiter: Langweiliges Songwriting mit einfallslosen Ideen die keinen Spaß machen. Etwas mehr Geschwindigkeit würde eventuelle mehr Pep in die Musik der Jungs bringen, die z.B. in ‚Hole’ versuchen eingängig zu wirken ohne eine Hookline zu nutzen. Immer wiederkehrende Akkorde können, wenn sie griffig und mitreißend sind, einen Hit machen oder einfach nur ermüden. Zweiteres ist hier der Fall und wenn die Platte dann beendet ist, realisiert man, dass die Zeit die man investiert hat, sehr freudlos vorbeigegangen ist.

Wenn die Jungs an sich arbeiten kann da vielleicht noch etwas draus werden, doch momentan glänzt man durch Ideenlosigkeit und fehlendes Können am Songwriting. Meine Meinung: Zum Einschlafen ok, aber zum intensiven Hören nicht empfehlenswert.

Winfried Bulach