Reviews

Life Without Water

Label: Eat The Beat Music (2005)

Vom Bodensee aus ziehen erneut Wolken aus Hardcore, Rock und Metal über Deutschland auf. NME.Mine kommen nach drei Jahren der Existenz endlich mit ihrem Debüt. Letztes Jahr hat man probehalber eine EP mit dem Titel „...These Dreams Of Happy Endings“ auf den Markt gebracht, die einen Krater in der Musikwelt hinterließ. Gute Kritiken bestätigten die Bandmitglieder in ihrer Entscheidung die Bands Brothers Justice und Silent Green zu verlassen um aus dem Hardcore Trott auszubrechen. Der Titel des Albums ist ein Paradoxon, denn Leben ohne Wasser ist nicht möglich, wie Sänger Patric verrät. Seine Texte drehen sich dabei um Seelenzustände die zwar ausweglos erscheinen doch immer einen Hoffnungsfunken beinhalten, denn jeder benötigt sein metaphorisches „Wasser“ zum Leben: Geld, Liebe, Freundschaft,…

Gleich als Erstes dröhnt die zukünftige Single ‚A Day Like This’ aus den Boxen. Ein nettes, aber nicht ungewöhnliches Riffing eröffnet den Reigen der elf Stücke. Patrics, für einen Hardcoreler äußerst cleane Stimme, umschmeichelt zusammen mit dem ab und zu einsetzenden Bassdrum-Gewitter die Trommelfelle, das die Nackenmuskeln sich anspannen. Bei Nummer 2 glaubt man Anfangs noch, die Band würde jetzt schon eine Ballade einbauen, doch es wird härter, hardcorelastiger. Die Scheibe knallt ordentlich, so dass man denken könnte die Jungs hätten in ihrem Leben nichts anderes gemacht als diese Art von Musik. Ein besonderes Ohr sollte man auf ‚Save Me’ richten, welches sehr eingängig daher kommt und vielleicht noch ein Tick besser als Single getaugt hätte, weil er zu den besten Stücken der CD gehört. In Sachen Atmosphäre und Gefühl bahnt sich ‚Unlove’ seinen Weg in das Herz des Konsumenten, was wohl am ehesten die weibliche Fraktion ansprechen wird. Der Einbau von genrefremden Instrumenten zu Beginn des Songs legt den Grundstein für die, dieses Mal, weiche und gefühlsbetonte Stimme der Frontsau. Doch viele Werke dieser Sorte sind verständlicherweise nicht vorhanden, denn Härte ist, bei von Hardcore beeinflusster Musik, Pflicht. Die üblichen Verdächtigen ebnen den Weg zu ‚The Bloodking’, wo Patric sich ein allerletztes Mal die Seele aus dem Leib schreien kann, bevor die Platte ihr Ende findet.

Eine gute Mischung aus Hardcore, Metal und Rock haben sich die Jungs da geschaffen, was angesichts der guten EP gar nicht so verwunderlich ist. Wer sich vor dem Kauf selbst vom Können der Bodenseeanrainer überzeugen will, kann bei www.roadrunner.de die MP3 ‚A Day Like This’ kostenlos herunterladen.

Winfried Bulach






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