Reviews

My Early Mustang

Label: Nuclear Blast (2004)

My Early Mustang kommen nicht, wie ihr Name vermuten lässt, aus den USA, sondern aus Deutschland. Die meisten Mitglieder kennt man schon, denn es sind die Masterminds aus Liquido, Flyswatter und Tristesse, die sich in einer neuen Band formiert haben. Rock war das Ziel und man begann 2003 damit die Welt zu missionieren. Erfahrung hatten vor allem die beiden Liquido Mitglieder en Masse, denn ihre Band hatte drei sehr erfolgreiche Alben am Start, die auch im Ausland veröffentlicht wurden, aber Liquido war gestern und My Early Mustang ist heute.

Die Jungs gehen spielerisch an ihren Bandnamen heran. Der erste Track ist ein ‚Intro’, das der Einstieg in den Mustang ist und bei dem man das Radio anschaltet in dem es Rockmusik vom Feinsten geben soll. Die Musik ist straffer und rockiger als das was früher gemacht wurde, trotzdem haben die Herren Eiermann und Maier nicht von ihrem Händchen für gute Melodien verloren. Ein singbarer Refrain gehört hier genauso zum Standardrepertoire wie geniale Gitarrenriffs und der einzigartige Gesang vom früheren Liquidofrontmann. Zwei Singles sind schon ausgesucht um unabhängig vom Album einige Fans zu erobern. ‚Miss You’, die erste Auskoppelung, ist ein etwas langsamer Titel, der dennoch rockt, obwohl man eher eine Ballade à la Blink 182 dahinter vermutet. ‚Driving Down’ gibt den Fans dann denn Rest, denn der Gesang macht den Hörer zum Gefangenen von My Early Mustang und man will unbedingt mehr davon. Abgerundet wird das Ganze mit einem genialen Gitarrenpart in der Mitte des Werks der von Können zeugt. Die Titel sind sehr unterschiedlich und doch passen sie irgendwie alle auf dem Album zusammen. Der eigene Stil, der wohl von den Musikrichtungen der drei anfangs genannten Band beeinflusst wurde, ist ein aufgehender Stern am deutschen Rockhimmel.

Wer Liquido mit mehr Rock, Punk und Gitarrenelementen hören will, der muss bei diesem Album zugreifen, alle anderen Leute, die sich als Genießer der Rockmusik sehen, sollten auf jeden Fall mal reinhören.

Winfried Bulach