Reviews

Beyond The Valley Of The Murderdolls

Label: Roadrunner Records (2002)

Die "Mörderpuppen" aus den Vereinigten Staaten existieren schon seit 1995, damals aber unter dem Namen The Rejects gegründet u.a. vom Slipknot Drummer Joey Jordison, der bei den Murderdolls aber nicht hinter dem Schlagzeug sitzt, sondern die Gitarre spielt. Zusammen mit Gitarrist Tripp Eisen (Static-X) und Sänger Wednsday 13 (Ex-Frankenstein) bilden die drei das Grundgerüst der Band ergänzt durch Erik Griffin am Bass und Ben Graves an den Drums, die sich anschicken, mit thrashigem Punk und Rock’n’Roll Einflüssen die Leute zu begeistern.

Auf „Beyond The Valley Of The Murderdolls“ rotzen die fünf Amis mächtig in die Eisen und bestechen durch schnelle Melodien und gewagte Texte. Gleich mit dem Opener wird der Klassik erst mal gezeigt, was man von ihr hält: Nach kurzem Klassik-Intro wird der Sound schnell zurückgeschraubt und das ganze von ohrensägenden Gitarren und thrashig-punkiger Mucke abgelöst. Sehr geil auf der Platte ist die Ironie, mit der die Songs angegangen werden: Die Liedtitel alleine und der böse Sarkasmus sind schon fast Unterhaltung genug und rechtfertigen einen CD-Kauf. ‚Die My Bride’ beispielsweise beginnt mit der Hochzeitsmelodie, wird aber auch durch Glocken des Todes und der bösen Stimme von Wednesday 13 abgelöst. Neben den sehr interessanten und amüsanten Texten gibt’s da aber noch etwas, was die Jungs zu bieten haben: Guten Punk’n’Roll. Ob ‚Grave Robbing U.S.A.’ (erinnert nicht nur vom Titel her an ‚Surfing USA’), ‚Love At First Fright’ oder ‚197666’, der Punk-Freund kommt auf seine Kosten. Aber auch der etwas metallischer angehauchte Geschmack kommt nicht zu kurz: ‚Love At First Fright’ oder ‚Kill Miss America’ riechen nach Headbanger-Rhytmen und auch Freunden der etwas härteren Gangart wird etwas geboten. Hört man die CD aber am Stück an, wird die Musik alleine leider etwas langatmig und uninteressant, was die frechen Texte aber wieder ausgleichen. Man muss also schon genau hinhören um etwas von der Musik der Murderdolls zu haben und nicht nur die CD im Hintergrund laufen lassen. Bei 15 Songs mit knapp 47 Minuten Spielzeit sollte dies nicht allzu schwer sein.

Wer auf Horror-Songs mit viel Sarkasmus steht und rotzige Musik im Background sollte in „Beyond The Valley Of The Murderdolls“ mal reinhören!

Thomas Schmitt






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