Reviews

The Azrael Tales

Label: Rivel Records (2005)

Nach dem gelungen Audovision-Album bringt das Rivel-Label mit Mirador und deren Azrael-Märchen nun ein weiteres Evangelium unter die Jünger Christi. Anders als das recht zugängliche Material der erwähnten Truppe, trägt „The Azrael Tales“ eher doomig / progressive Züge und erschließt sich dem Hörer nicht allzu schnell, so dass man schon Zeit mitbringen muss, um mit den Songs wirklich warm zu werden. Die Tracks ziehen sich mit recht trägem Tempo eine Spur in die Gehörgänge; sie jedoch als langweilig und stumpf zu bezeichnen, würde dem Album in keinster Weise gerecht werden. Im Gegenteil: es passiert unheimlich viel und jeder Song glänzt durch epische Spielereien, die einen erneuten Durchlauf zwingend machen, um die gesamte Bandbreite der Kompositionen zu erschließen. Neben doomigen Passagen im Candlemass-Stil tauchen auch orientalisch anmutende Elemente auf (‚Trial’) und mit dem für Mirador-Verhältnisse recht flotten ‚Postbelievers’ ist der schwedischen Zusammenrottung gar ein kleiner Hit gelungen.

Wer eher auf eingängiges Material steht, sollte um „The Azrael Tales“ einen großen Bogen machen; Leute, die sich gerne mal Zeit für ein Album nehmen und / oder ihre Musik gerne mittels Kopfhörer genießen, dürfen sich das Teil auf jeden Fall mal zur Brust nehmen.

Michael Meyer






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