Reviews

Merciless

Label: Black Lodge (2003)

Hier habe ich was ganz Feines für euch. Eine Perle und ihr (Säue) kennt die Band wahrscheinlich noch nicht einmal. Merciless kommen aus Schweden, existieren seit Ende der Achtziger und veröffentlichen nun ihr 4, Album, das schlicht Merciless betitelt ist. Debütiert hat man bei einem gewissen DSP-Label, welches seinerseits einem gewissen Herrn Euronymous († 10.8.1993) gehörte, mit „The Awakening“ und seither ist man keinen Deut von der Stilrichtung abgewichen. Death/Thrash Metal der exquisiten Sorte, doch während The Haunted eher den amerikanischen Stil als Inspirationsquelle nutzen, kommen Merciless mit der guten alten deutschen Küche aus. (Alte) Kreator scheinen öfter durch, allgemein die Härte und Hektik, welche dann mit oldschooligem Schweden Death gepaart wird.

Nach 9 langen Jahren gibt es nun wieder ein Lebenszeichen der Mannen um Sänger Rogga, zwar gab es zwischenzeitlich Gerüchte über ein neues Album über Iron Fist Rec. (Siehe Putrefaction 14), aber es geschah dann aber doch nichts. Doch nun gibt es ein Fest für Metalfans, sägende Gitarren, fettgeile Doublebass und ein Gespür für geniale Riffs und Rhythmen, die den Nackenmuskel freudig anlachen. ‚Violent Obsession’ ist das erste perfekte Beispiel, schon allein das Intro davon sollte genügen. Der Song ‚Mind Possession’ jedoch ist nicht neu, sondern vom ultrararen Zweitwerk (Ebaypreise um 30€) „The Treasures Within“ genommen und nur neu eingespielt worden. Ausfälle gibt es dennoch keine zu bemängeln, Knaller sind ‚Unearthly Salvation’ und ‚In Your Blood’, das schon fast banduntypisch klingt. Soundmäßig ist man schön warm, sozusagen analog, hat einen eindringlichen Gitarrensound (kommt von hinten ins Kreuz und legt dich dann übelst flach) und kein überproduziertes Gemülle zu bieten.

Ich kann euch diese Band wirklich nur ans Herz legen, da hier echter Undergroundkult mit hartem, knüppligem Death/Thrash verbunden wird. Leider wird das Album wohl wieder in der Flut der Veröffentlichungen untergehen, aber ihr habt es in der Hand. Killerriffs und geniales Gekreische versprochen. „The merciless awakening is unbound, the treasures are within.”

Christian Kremp