Reviews

Sphynx

Label: Osmose Productions (2003)

Aus dem Lande Israel kommt diese Band, genauer gesagt aus dem Zentrum der glaubenden Welt: Jerusalem. Da hab ich mal echt gefreut als dieses Album im Briefkasten lag, da ich Melechesh seit Jahren immer verpasst habe, aber jetzt endlich! Ihr drittes full-length Album legen die Herren mit „Spynx“ vor und das, obwohl sie momentan in den verschiedensten Ländern wohnen. Der Schlagwerker, der einigen auch von Absu und als Slayergerücht bekannt sein sollte, heißt Proscriptor und versteht sein Geschäft vorzüglich. Doch der Reihe nach...

Melechesh geben als Stil Mesopotamian Metal an, was in gängigere Stilbezeichnungen übersetzt bedeutet, dass es ein kräftiges Black / Thrash Gewitter aller erster Güte zu hören gibt und, um den Begriff zu rechtfertigen, spielt die Gitarre, nicht irgendein Keyboard, häufig orientalisch angehauchte Melodien, die verblüffenderweise perfekt in das Gesamtbild passen. Daneben wird textlich die sumerische Mythologie verbraten. Das Schnatze an Melechesh ist, dass sie Raserei betreiben, knüppeln, aber trotzdem den Blick für die Eingängigkeit nicht verlieren. Da wird geschickt geblastet und das Tempo schön variiert, was die Songs immer interessant hält. Ein beschwörendes Instrumental und ein Outro gibt es neben 8 weiteren Songs in etwas mehr als 50 Minuten zu hören. Dennoch kommt niemals Langeweile auf, da genannte Wendungen und vor allem der faszinierende orientalische Touch immer wieder zu mitbangen einladen. Auch die Produktion von Herrn LaRocque aus Göteborg passt wie lange Haare auf Metal; nicht zu sauber (nicht die Haare), aber mit viel Druck. An Songs zum reinhören würde ich ‚Triangular Tattvic Fire’ und ‚Tablets Of Fate’ empfehlen, die müssten Fans von Necrodeaths „Mater Of All Evil“ oder Aura Noirs „Black Thrash Attack“ reinlaufen wie Cassissaft. Ein gutes Album, das man nicht verpassen sollte.

Christian Kremp






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