Reviews

Herzwerk II

Label: Sony (2002)

Da ist sie nun die neue, sehnsüchtig erwartete Platte von Megaherz. Sie sind roher, ungestümer und organischer als je zuvor. Mit diesen Attributen einher geht auch ein Zuwachs in der Megaherz-Mannschaft. Neu an Bord gegangen sind: Jürgen Schlachter-Drums und Olli Pohl-Gitarre. Zu den eben Genannten gesellen sich die allseits Bekannten Alexx Wesselsky-Vocals, Wenz-Bass und Christian Bystron-Gitarre. An dieser Stelle ein Gruß an all die so genannten Kritiker, die Megaherz als kleinen Bruder von Rammstein ansehen. Dieser Vergleich ist Bullshit. Abgesehen davon, dass es schon immer Unterschiede gab, haben die Jungs mit Herzwerk II jetzt auch musikalisch den Beweis angetreten, dass sie niemals der musikalische Bruder von Rammstein waren und auch niemals sein können. Die Musik von Megaherz ist fassettenreicher, zumal man in jedem Takt und in jeder Textzeile merkt, dass sie hinter dem, was zelebriert wird, stehen. Herzwerk II ist metallischer als die drei Vorgänger-Alben. Es ist ihnen gelungen den Vorgänger zu übertrumpfen, was sehr schwer war. Aber sie haben das mit Bravour gemeistert. Thematisch sind sie wieder am Puls der Zeit bzw. mit dem Finger in der Wunde. Soll heißen, dass die Politik aufs Korn genommen wird, der Mensch als Individuum gefragt wird ob er wirklich lebt, so wie er lebt, und natürlich wird wieder eine Märchenfigur eingebaut, als Synonym verwendet, um Missstände aufzuzeigen. Megaherz melden sich vital und selbstbewusst zurück. Dieses Album ist sehr ausgereift und man verspürt nie den Drang zum nächsten Lied zu zappen. Um es mit den Worten von Megaherz zu sagen: „Du bist eine Frau die mich reizt / Eine Frau die nicht mit ihren Reizen geizt“. Mein Tipp: Ein Album der Superlative.

Carsten Rothe






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