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Room XVII

Label: Point Music (2005)

Medea ist ein Soloprojekt. Das Mastermind hinter diesem Projekt ist der Keyboarder von Casual Silence: Henry Meeuws. „Room XVII“ ist die zweite Scheibe seit seinem Debüt „Individual Unique“, welches 2003 das Licht der Welt erblickte. Für den aktuellen Output hat sich Henry einige Gastmusiker besorgt. Sein Kollege Rob Laarhoven von Casual Silence gehört genauso zu den Gästen wie Joss Mennen und Fon Janssen von den Labelkumpanen Mennen. Neben einigen anderen war der Männerchor Lambardi und Sängerin Nanda Philipse beteiligt um „Room XVII“ zu einer Rock Oper der symphonischen Art zu machen.

Das epische Ausmaß des Kunstwerks zeigt bereits die Länge der Tracks. So hat bespielsweise der Titeltrack achteinhalb Minuten Zeit, den Hörer zu verzaubern. Was mit sanften Klängen beginnt arbeitet sich zu den obligatorischen Gitarren vor, welche von hintergründigen Keyboardklängen umspielt werden. Irgendwann kommt dann der Auftritt des Protagonisten, der seinen symphonisch und später klaren und hohen Gesang an das Publikum richtet. Sein Part wird nach einem längeren Instrumentalteil durch die weibliche Hauptrolle ergänzt. Nandas Stimme ist sehr weich und wirkt extrem zerbrechlich, was dem ganzen einen Touch von Romeo und Julia gibt. Von der Aufmachung ähnelt das Ganze mehr einem Rockmusical denn einer Oper. Ab dem zweiten Stück mischt Sandra Peters als zweite weibliche Vokalistin mit, deren Stimme wesentlich kräftiger und tiefer ist. Im Fokus steht, obgleich der guten gesanglichen Besetzung, die Musik an sich. Lange Instrumentalparts, in denen Henry sich voll und ganz mit seinem Keyboard einbringen kann, prägen den gesamten Verlauf der „Oper“. Der letzte Track beginnt mit der gleichen Melodie wie Track Nummer 1, diesmal fließen Geigen ein die in das Keyboard übergehen. Zehn Minuten später findet man sich beim furiosen Ende der ‚Chaos Solution’, welche den Kreis der Geschichte schließt.

Eine Rock Oper bzw. Musical, sind nicht jedermanns Sache, doch wer symphonischen Rock mit guten, teilweise progressiven Instrumentalparts mag sollte das Album mal anhören.

Winfried Bulach






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