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Hellroad Caravan

Label: Dockyard1 (2006)

Mannhai klingt im ersten Moment nach einem deutschen Bandnamen. Die Band kommt aber aus dem diesjährigen Grand Prix Siegerland Finnland. Mit einem neuen Sänger im Gepäck, niemand geringerem als Ex-Amorphis Frontmann Pasi Koskinen, will sich die Truppe mit ihrem vierten Album wieder ins Geschäft bringen. Zwei Monate hat die Arbeit im Studio gedauert, wo sich Mannhai eingeschlossen hatte, um der Kreativität freien Lauf zu lassen. Der neue Sänger hatte dabei entscheidenden Einfluss auf den Stil, denn die Gruppe hat sich auf ihre Anfänge besonnen und will mit „Hellroad Caravan“ zurück zu ihren Wurzeln. Mal hören, wie sich das auf die Qualität der Musik auswirkt…

Flott und direkt ist der Auftritt der Jungs aus Finnland, die sich gerne mit Kyuss, Alice In Chains oder alten Werken von Black Sabbath vergleichen lassen. Der Gesang spielt bei der Band keine untergeordnete Rolle wie man es von anderen Bands kennt, sondern trägt quasi das gesamte musikalische Werk. Beides ist perfekt aufeinander abgestimmt. Nette Bassläufe und eine sehr melodische und verspielte Gitarre prägen das Soundbild von Mannhai. Rock nach alter handgemachter Art, beschreibt das Werk am Besten, auch wenn es den einen oder anderen Ausreißer gibt. ‚Spaceball’ beispielsweise klingt ein wenig nach dem Einfluss von Monster Magnet und lässt einen auch vom Titel her gleich an ‚Space Lord’ denken. Vor allem die Stimme von Pasi hat einen Tick von Dave Wyndorf, der gekonnt herauskehrt wird. Ein sechsminütiges Mammutwerk präsentiert die Truppe kurz vor dem Ende der Scheibe in dem sie noch mal alles zusammenfasst, war sie die übrigen zehn Titel davor schon gezeigt hat, allerdings in sehr langsamer und gemütlicher Form. Die Luft scheint an diesem Punkt ein wenig draußen zu sein, auch wenn der letzte Track versucht an die Geschwindigkeit von ‚Shellshock’ heranzukommen.

Ein nettes Stück klassischer Rock mit Monster Magnet Anleihen, das bestimmt den einen oder anderen Anhänger finden wird.

Winfried Bulach






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