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Interceptor

Label: SPV (2013)

Mad Max sind eine deutsche Hardrockinstitution, die vielleicht nicht so bekannt ist wie die Scorpions oder Accept, die aber trotzdem auf eine mittlerweile über dreißigjährige Geschichte mit allem zurückblicken kann, was man sich in einer derart langen Karriere nur vorstellen kann: Höhepunkte, Tiefs, Bandauflösungen und das eine oder andere Comeback. Wieso ein viel beschäftigter Musiker wie Michael Voss (ex-Casanova, ex-MSG) sich noch eine weitere Baustelle auftut, wo er doch schon als Produzent hoch im Kurs steht, kann nur vermutet werden.Vielleicht lag es ja daran, dass er die Welt unbedingt mit den hier vorliegenden Songs beglücken wollten.

Wenn es so ist, dann hat er genau das richtige Händchen bewiesen. Die neun Eigenkompositionen klingen alle frisch und sind vom Meister selbst überaus kompetent in Szene gesetzt. So muss traditioneller Hardrock der europäischen Schule im Jahr 2013 klingen: scharfe Gitarrensounds, die sich in knackigen Riffs und schnörkellosen aber stimmigen Gitarrensolos Bahn brechen, dazu ein Gesang, der ebenfalls über jeden Zweifel erhaben ist. Normalerweise erwartet man bei einer CD, die mit dem Attribut "melodischer Hardrock" vermarktet wird mindestens ein Drittel Balladen oder Halbballaden. Aber in diesem Fall: weit gefehlt! Stampfende und treibende Hardrocker sind die Songs allesamt, dazu noch eine Sweet-Coverversion, die zum Ende der Platte hin noch einmal deutlich demonstriert, wer denn die großen Vorbilder dieser Klasse-Band sind - und ich rede hier nicht von "Little Willie" oder "Wig Wam Bam"!

Eine tolle Scheibe zum Autofahren, nichts, was das Rad völlig neu erfindet, aber eine Platte mit extrem hohem Wohlfühlfaktor!

Frank Scheuermann

8/10






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