Reviews

Just Pretend

Label: Perennity Records (2013)

Maria, die Fee. Oder auch Maria, die Weiße.

So würde der Name der jungen Band aus Schweden lauten, würde man ihn auf Deutsch übersetzen.
Das ist interessant, denn die Themen, die die drei Jungs besingen, sind alles andere als feenhaft oder unschuldig weiß! Beim Sound lässt sich schon eher darüber streiten.

2007 haben sie sich zu viert zusammen gefunden, 2010 ihr erstes Album herausgebracht (This Beautiful Storm), inzwischen ist der frühere Sänger ausgestiegen und ihr neues Projekt haben Mary Fay in drei EPs aufgeteilt, die immer in Abstand von einigen Monaten veröffentlicht werden.
"Just Pretend" ist die erste dieser EPs, seit Mai 2013 auf dem Markt.

Allzu gut fielen die bisherigen Bewertungen der Platte nicht aus.
Es stimmt, die Musik ist nicht ganz Pop, nicht ganz Rock, nicht ganz Metal, nicht ganz Emo, sondern irgendwie eine abgespeckte Mischung aus allem. Aber muss denn immer alles eindeutig kategorisiert sein? Und ist es automatisch ein Indiz für schlechte Musik, wenn Lieder radiogeeignet sind?

Ich sage Nein.
30 Seconds To Mars, die Band, an die Mary Fay noch am nächsten herankommt, ist bekannt und beliebt, trotzdem weit davon entfernt, an den Wänden unzähliger pubertierender Mädchen zu enden.

Der Sound von Mary Fay ist relativ harmlos, aber schön. Besonders gut gefällt mir das Streichinstrument in 'Still Here Breathing' und das Klavier in 'Beginnings', was ironischerweise das letzte Lied der EP ist. Die Texte sind typisch Emo, sehr melancholisch, mit Themen wie Liebeskummer, Hoffnungslosigkeit, Illusion, Drogenrausch, Tod. Es gibt zwischendrin immer wieder ein paar Screams, jedoch zurückhaltend genug, sodass die Songs eben auch von den großen Radiosendern gespielt werden könnten.

Sie würde sich für viele Zuhörer eignen, für Jugendliche wegen der Gefühle, die sich in den Themen wiederspiegeln, aber auch für Erwachsene, weil sie einfach zuhören und die angenehmen Melodien genießen würden. Man könnte die Songs sicher auch sehr gut covern…

Egal, was die Hardcore- und Nischenmusik-Liebhaber sagen, mir persönlich gefällt "Just Pretend" sehr. Es hätten auch ruhig gleich mehr Songs auf einmal sein können. So was kann man sich einfach immer anhören, egal wann, egal wo.

Einen Punkt Abzug gibt’s aber dafür, dass sich alle Titel zu sehr ähneln. Es fehlt die Überraschung.

9/10

Gastredakteurin






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