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Night Train Daydream

Label: Eigenproduktion (2013)

Als ich zum ersten Mal in dieses Debutalbum der Alternative Rock-Band hineinhörte, dachte ich nur: Was ist das denn für Psychomusik? Der erste Song ist eigentlich gar keiner, sondern nur ein monotones Sprechen mit einem unheimlichen Rauschen im Hintergrund.

Mit der Zeit wurden die Nummern allerdings abwechslungsreicher. Wenn man sich dann noch bewusst macht, dass das Album dem Konzept einer nächtlichen Reise durch die eigenen Albträume folgt, gefällt es einem plötzlich viel besser.

Die drei Jungs von Maths and the Moon haben sich große Mühe gegeben, eine Geschichte zu erzählen, eben die einer Fahrt mit einem Nachtzug. Episch-düstere Atmosphären wechseln sich ab mit schwungvollen, beruhigend klingenden Passagen.

Viele Stellen klingen wie in Trance gesungen, die Musik ist von Synthesizern stark verzerrt, eingängige Melodien hört man nur selten. Trotzdem, oder gerade deswegen schafft es die junge Band aus England, ein ganz bestimmtes Gefühl aufzubauen. Ihre Intention ist es, dass man sich mit seinen eigenen Ängsten konfrontiert sieht, immer weiter rattert, auf diesen Schienen, durch die Nacht, man kann den Zug nicht stoppen… aber am Ende wird alles gut. 'Light at the 11th Hour' und 'Polychrome' sind "das Licht am Ende des Tunnels", das einen wieder hoffen lässt.

Für die breite Masse ist diese Platte wohl nicht geeignet, zum Party machen erst Recht nicht. Wo ich mir die Songs gut vorstellen kann, ist als atmosphärisch dichte Filmmusik. Auf meinen MPS-Player würde ich mir das Album zwar nicht laden, qualitativ kann man aber nicht viel gegen die Musik sagen.

Zur Single 'Old Days/New Daze' gibt es auch ein Video, was ihr euch anschauen könnt. Wer sich auf diese ganz spezielle Reise einlassen will, sollte auf jeden Fall zugreifen.

7/10

 

Gastredakteurin






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