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Horns & Halos

Label: Spinefarm Records (2013)

Mein lieber Schieber, da hatte vor gut dreißig Jahren ein Langhaariger aus dem Land des uneingeschränkten Komasaufens auf Krankenschein (= Finnland) seinen Einstand in die Welt des Plattenaufnehmens, und nun, annähernd an der Pensionierungsgrenze, wirkt er - zumindest aus der Ferne- immer noch so wie damals. Okay, die grell blonden Haare sind heute noch genauso echt wie damals, der Haarfestiger hat mittlerweile eine eigene Persönlichkeit entwickelt und die Glamklamotten sind heute noch so authentisch Sunset Strip anno 84, wie sie es damals schon waren. Aus der Nähe sieht man dann, dass die Falten im Gesicht mittlerweile den Mariannegraben in den Schatten stellen. Aber Michael Monroe hat sich trotz allem verdammt gut gehalten in einem Geschäft, das schon viele ganz früh ganz alt aussehen ließ.

Das Gleiche gilt für seine Musik im Jahre des Herrn 2013. Mit "Horns & Halos" hat er eine in sich weitestgehend stimmige Scheibe abgeliefert, die sich in der Schnittmenge seiner früheren Soloausflüge und seiner Platten mit den Hanoi Rocks, Jerusalem Slim und Demolition 23 befindet: knarziger Hardrock mit deutlichen Glam, Punk'n'Roll und Sleaze Rock Bezügen. Dass dabei nicht nur Volltreffer entstanden sind, sei ihm hierbei verziehen. Immerhin gut 3/4 der Wegstrecke schaffen es - auch dank solcher illustrer Mitstreiter wie Dregen (ex-Hellacopters, Backyard Babies) und Sami Yaffa (ex-Hanoi Rocks)- den Zuhörer überdurchschnittlich gut zu unterhalten. Dabei bietet er auch balladeskes und Ausflüge in Rock'n'Roll Gefilde.

"Horns & Halos" ist somit eine Wohltat unter den Veröffentlichungen 2013. Da darf er ruhig noch tiefere Furchen ins Gesicht bekommen. Auch hier gilt wieder einmal: Männer werden nicht älter...sie werden nur Sean Connery ähnlicher! Let's rock!

Frank Scheuermann

8/10






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