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Justice

Label: SPV (2010)

Eine echte Legende haben wir hier vor uns. Alles, was die Südstaatenrocker bislang abgeliefert haben war in epischen Ausmaßen gehalten, im Guten wie im Schlechten. Außer Lynyrd Skynyrd und den Allman Brothers gab es keine andere Band innerhalb des Genres, bei der das Schicksal dermaßen zugeschlagen hat, wie bei den Jungs aus Jacksonville, Florida. Und wie ein Stehaufmännchen sind die Typen immer wieder zurückgekehrt.

Natürlich befindet sich mittlerweile nur noch ein Originalmitglied der ersten Scheibe aus dem Jahr 1978 mit an Bord (und das war zwischenzeitlich ausgestiegen), aber die Band schafft es auch mit ihrem mittlerweile dritten Leadsänger, genau so zu klingen, wie seit Mitte der 80er Jahre, mit dem Einstieg des immer noch teilnehmenden Keyboardes John Galvin (begonnen hatte die Formation mit Triple Axe Attack - viel geiler!). Die Blueserdung stimmt, das Piano klimpert in bester Honky Tonk Manier und die Gitarren braten recht ordentlich. Auch gibt es wieder drei Nummern in Überlänge, wobei allerdings bei aller kompositorischen Klasse, die Größe eines 'Fall Of The Peacemakers' nicht mehr ganz erreicht wird (vom 1983er Werk "No Guts, No Glory").

Bobby Ingram, seit der Reunion 1990 und spätestens dem Tod von Originalsänger Danny Joe Brown, unumstrittener Anführer der Rebellenbande führt uns wieder einmal durch eine Ansammlung von Songs, die vor amerikanischem Patriotismus und Südstaatenehre genauso triefen wie vor Respekt gegenüber alten Werten wie Familie und eben Gerechtigkeit. Das ist nicht überraschend, das macht man dort eben so. Wer diesen "Stars & Stripes" Patriotismus ertragen oder zumindest ignorieren kann, der wird mit „Justice“ eine perfekt inszenierte Südstaaten-Hardrock CD   bekommen, die zu den besseren seit der Reunion gehört.

Frank Scheuermann






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