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Radical Peace

Label: AFM Records (2009)

Mob Rules sind mittlerweile zu einer ausgeprägten Macht innerhalb der deutschen True und Power Metal Familie herangereift. Bislang hatte ich noch kein Album der Band zu verzeichnen, das mir persönlich nicht gefallen hätte, angefangen bei der Debütscheibe "Savage Land" vor nunmehr etwa zehn Jahren bis zum heutigen Tag.

Mit "Radical Peace" liegt nun das sechste Studiowerk vor. Und auch diese Platte wird die Fans vermutlich eher nicht enttäuschen, zumal sich mit 'The Oswald File' das womöglich bislang ambitionieteste Werk der Norddeutschen auf dem Silberteller befindet. Zwecks besserer Übersichtlichkeit ist diese Nummer, die sich mit der Verschwörungstheorie (oder sollten wir lieber sagen: den Verschwörungstheorien) rund um die Ermordung des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy beschäftigt, in insgesamt fünf Kapitel unterteilt. Das gut 18-minütige Stück stellt in Sachen Dramaturgie so etwas wie eine kleine Rockoper dar, die sich wirklich hören lassen kann, Stichwort: Kino für die Ohren!

Im Vorfeld wurde bereits Kritik am Versuch der Band deutlich, den Kindern des Nazi-Rassenwahns ein musikalisches Denkmal zu setzen, da sich die Thematik nicht mit Powermetalhymnen vertrage. Nun, da kann man möglicherweise geteilter Meinung sein, allerdings finde ich, dass der Versuch eines musikalischen Denkmals für die Opfer im Heavy Metal durchaus angemessen sein kann, da sonst eher martialische Ideale durch Coverart und (fast schon) peinliche Texte archaischer Heldenverehrung genretypisch sind.

Insgesamt ist "Radical Peace" ein sehr gelungenes Werk und die textlichen Kontroversen werden den Erfolg der Scheibe bestimmt nicht schmälern, da die Jungs in musikalischer Hinsicht wieder einmal voll zu überzeugen wissen (bei einem profunden Musikkenner wie Matthias Mineur in den Reihen der Band wäre schlechte Musik auch unverzeihlich!). Thumbs up!

Frank Scheuermann






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