Reviews

Endgame

Label: Roadrunner Records (2009)

Viele Jahre schon bin ich ein eingefleischter Anhänger von Megadave und seiner Kapelle. Und bis inklusive "Youthanasia" gab es in meinen bescheidenen Ohren von Platte zu Platte eine Steigerung. Und dann der große Einbruch: absolute Orientierungslosigkeit und sehr fragwürdige Experimente soweit das Auge reicht. Mit den letzten beiden Scheiben "The System Has Failed" und "United Abominations" wurde endlich einmal wieder ein Schritt in die richtige Richtung gewagt, auch wenn keine der beiden Platten mich komplett aus den Socken gehauen hat.

"Endgame" beginnt für mich zunächst mit einer traurigen Nachricht: Chris Broderick hat Jag Panzer, eine meine allerliebsten US-Metalbands aller Zeiten verlassen. Aber...er ist nun Mitglied von Megadeth. Und seine Hinzunahme hat sich mehr als bezahlt gemacht. Die Riffs knallen so knackig aus den Boxen wie schon seit Urzeiten nicht mehr. "Endgame", eine Scheibe, die sich inhaltlich mit kürzlich aufgefundenen Unterlagen der Bush-Administration beschäftigt, ist genau das, was alte Fans der Band genauso hören wollen wie neue Thrashjünger. Dabei hat dieser Silberling so überhaupt nichts mit dem Knüppel-Thrash europäischer Prägung zu tun. Alle Songs laufen geradezu vor grandiosen Melodiebögen über und verlassen trotzdem nie den Bereich der notwendigen Härte.

Im härteren Metalsektor ist "Endgame" für mich bereits die Platte des Jahres. Wer "Death Magnetic" bereits für ein Killeralbum gehalten hat, dem wird der Unterkiefer beim Aufschlag auf das Pflaster vermutlich bersten, wenn er erst einmal "Endgame" hört. Unglaublich stark!

Frank Scheuermann






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