Reviews

The Unsettling Dark

Label: Candlelight Records (2008)

Irgendwo im Dunstkreis von Death, Black und Progressive Metal bewegen sich die Amerikaner Martriden, die nach einer 2006 herausgebrachten EP nun ihr reguläres Debüt unters Volk zu bringen versuchen.

Als einer der Haupteinflüsse wird Opeth genannt – nun, das bleibt vergleichsweise schwer nachzuvollziehen; zuweilen fühle ich mich eher an mittlere The Kovenant erinnert. Aber auch diese spontane Assoziation scheint bei näherer Betrachtung nur begrenzt einsichtig. Jedenfalls verbindet die Band Heaviness mit symphonischer Melodie und unaufdringlicher Epik, klingt dabei aber häufig recht steril. Ein bisschen mehr Wärme hätte dem ansonsten ansprechend von Dave Otero (Cephalic Carnage) in Szene gesetzten Werk sicherlich gut zu Gesicht gestanden. Zusammen mit den im Großen und Ganzen relativ unspektakulären Songideen liegt hierin auch der wesentliche Kritikpunkt. Was Martriden dann allerdings mit dem Instrumental-Stück 'Ascension, Part 2' vom Zaun brechen, ist schlichtweg begeisternd: hymnisch-atmosphärisch, ergreifend und getragen von tiefsten Emotionen. So einem Stück begegnet man nicht aller Tage. Würden doch nur alle Songs auf diesem Album dieser Linie - ansatzweise noch in 'Processional For The Hellfire Chariot' und 'A Season In Hell' auszumachen - folgen! Gar nicht auszudenken, was für ein Meisterwerk in diesem Falle hier vorliegen würde. So bleibt der Hörer nach Abklingen des ruhigen Outros 'Immaculate Perception' zwiespältig zurück: Einerseits bietet "The Unsettling Dark" einige wenige großartige Momente, andererseits wiederum wirkt das Album trotz seiner Ambitioniertheit über weite Strecken reichlich uninspiriert. Schade, da wäre mehr möglich gewesen.

Stefan Raehse