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Thunderblood Heart

Label: Cargo Records (2008)

Märvel? Das klingt für mich erstaunlich nach "Marvel", jenem amerikanischen Comic-Imperium, dem wir eine ganze Palette weltberühmter Superheldencomics zu verdanken haben. Den Unterschied zwischen dem "a" im Original und dem Umlaut machen drei skandinavische Jungspunde aus, die auf ihrem nunmehr zweiten Album als (wie könnte es anders sein?) Superhelden einem Superschurken das Leben zur Hölle machen. Das Coverkonzept verdeutlicht dies mit einer ganz an die berühmten Comics angelehnten bildlichen Umsetzung. Auch wenn diese Idee nicht ganz neu ist (beispielsweise schon im Jahre 1971 von den britischen Psychadelic Heavy Bluesmonstern The Groundhogs auf "Who Will Save The World? The Mighty Groundhogs!" aufgegriffen), so geht man doch konsequent seinen Weg. Dazu hat die Plattenfirma sogar eine komplett rot gehaltene CD spendiert, was man sonst nicht wirklich oft vorfindet (ich kannte das bisher nur von David Bowies "Ziggy Stardust – The Motion Picture"...).

Zur Musik. Ganz ähnlich wie die skandinavischen Verwandten von Turbonegro, The Hellacopters oder Gluecifer arbeiten unsere Superhelden an der Schnittstelle der Genres Hardrock, Punk und Heavy Metal. Kurz und gut: Man bietet stilistisch die Essenz knackigen Rock'n'Rolls. Jeder, dem der Klang einer verzerrten Gitarre ein Grinsen ins Gesicht tackert, wird mit dieser Platte sehr schnell klar kommen. Ein Überflieger ist das Teil noch nicht, aber wer weiß: Wenn im Frühjahr wieder ein Platz in der skandinavischen Rock Top Ten frei wird (mit dem schon fest stehenden Ende der Hellacopters), dann gibt es schon einen heißen Kandidaten als Nachrücker!

Frank Scheuermann






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