Reviews

Maeder

Label: Locomotive Music (2007)

Maeder sind eine neue Rock'n'Roll Hoffnung aus Downunder. Stilistisch knüpft man an die Überväter des australischen Rock (AC/DC, Rose Tattoo oder The Angels bzw. Angel City) an. Es ist urwüchsiger, kraftvoller Rock, wie er in den 90ern auch von einer Band wie Gun aus Glasgow gespielt wurde. Dabei bleibt das Songwriting so originell, wie es in diesem Genre sein kann: rotzige Gitarren geben den Ton vor, dazu kommt eine nikotin- und whiskeylastige Stimme und fertig ist die Kneipenparty bzw. die rasante Autobahnfahrt. Bei aller Kratzbürstigkeit beweist der Känguru-Vierer auch ein Gespür für sanfte aber nicht allzu kitschige Klänge. Als exemplarisches Beispiel sei hier auf die ruhige Nummer 'Night And Day' verwiesen. Aber keine Panik, ihr Rocker! Das sind nur vorübergehende Verschnaufpausen, die uns die Maeder Brüder Nicholas (vocals, guitar) und Sebastian V. (guitar) nebst ihrer tadellosen rhythm section (bestehend aus Kit Riley (bass) und Travis Tragani (drums)) gönnen.

Man ist zwar noch nicht ganz auf Augenhöhe mit den wirklich großen Bands dieser Spielrichtung, aber die Richtung stimmt. Wenn sich die Jungs nicht vorschnell verheizen lassen und ihrem Weg treu bleiben, werden sie irgendwann zu einer größeren Nummer werden können. Mit Chartplatzierungen in ihrer australischen Heimat haben sie bereits Potential erahnen lassen. Bei uns wird es vielleicht auch noch etwas. Bliebe noch zu erwähnen, dass die Digipak Version der CD mit dem Bonustrack 'Ca Plane Pour Moi' von Plastic Betrand aufzuwarten weiß. Ich hätte den Song gerne gehört (englischen Muttersprachlern beim Sprechen der französischen Sprache zu lauschen ist fast noch geiler als umgekehrt!), er war allerdings auf meiner Promo-Version nicht enthalten. Hoffnungsvoll.

Frank Scheuermann