Reviews

Silent Waters

Label: Dockyard1 (2007)

Moonlight Agony feierten ihr kurzweiliges Album Debüt "Echoes Of A Nightmare" im Jahre 2004 und gefielen durch ihren düsteren, leicht progressiven Powermetal, der durch Chity Somapala (ex-Avalon) glänzend in Szene gesetzt wurde.

Seitdem hat sich einiges bei den Schweden geändert. Somapala ist nicht mehr an Bord, an seine Stelle rückte David Akesson. Das Label wurde ebenfalls gewechselt, die neue Scheibe "Silent Waters" erscheint somit auch unter neuer Flagge. Und da aller guten Dinge drei sind, hat die Band auch ihre stilistische Ausrichtung konkretisiert. Waren die progressiven Ausflüge auf dem Vorgänger lediglich ein Teileinfluss, so sind sie auf dem aktuellen Output ganz klar der musikalische Schwerpunkt. Somit geht zum einen die interessante Linie der ersten Scheibe flöten, zum anderen stellen die 10 Songs nicht wirklich eine Offenbarung dar. Das Album wirkt sehr schwerfällig, so dass die notwendige Geduld bei progressivem Songmaterial doch sehr strapaziert wird. Hinzu kommt, dass der neue Frontmann stimmlich das ein oder andere Mal an seine Grenzen stößt und nicht das Charisma seines Vorgängers besitzt. An manchen Stellen lassen die Schweden ihr Können aufblitzen. So überrascht z.B. 'You Betrayed Me' mit einem herrlichen Chorgesang, weiß 'Different Stories' mit dramatischen Elementen den Hörer aufzupeppen. Doch solche kleinen Highlights sind leider Mangelware. Die Band verliert sich zu oft in ihren technischen Finessen und begibt sich auf Pfade, die nicht immer unbedingt zuhörerfreundlich sind.

"Silent Waters" kommt direkt auf den Punkt. Dies gilt leider aber nur für die Tatsache, dass das Album ganz untypisch ohne Intro durchstartet. Ansonsten fehlt dieser Scheibe das gewisse Etwas, um sich gegen Genre-Konkurrenten wie etwa Symphony X durchzusetzen. Ich greife lieber zum Vorgänger.

Oliver Bender






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