Reviews

MK II

Label: AFM Records (2007)

Mit Freude und Anspannung aber auch Skepsis erwartete ich das neue Studioalbum von Masterplan. Nicht nur Uli Kusch, sondern auch Jorn Lande, der die letzten zwei Alben mit seiner hervorragenden Stimme geprägt hat, ist ausgestiegen. Auf den ehemaligen Platz von Kusch, hinter den Drums, hat sich Ausnahmedrummer Mike Terrana nieder gelassen. Mr. Lande wurde durch Mike DiMeo (Riot) als Frontmann abgelöst. Zwei neue, wichtige Mitglieder, ein neues Album und hohe Erwartungen an die fünfköpfige Band. Ist Masterplan sich treu geblieben? Spielt immer noch die gleiche große Band die man kannte oder ist durch den heftigen Wechsel etwas Neues entstanden? Ab dem 23.Februar 2007 kann sich jeder hiervon ein eigenes Bild machen.

Der brandneue Silberling startet mit einem instrumentalen Opener. 'Phoenix Rising' ist ein leichter und gut gelungener Einstieg ins Unbekannte. Das Stück würde sich besonders gut als Soundtrack in einem Fantasyfilm machen. 'Warriors Cry'  Nummero zwei der Scheibe. Schnelle, kräftige Drums: willkommen Terrana und ein starker Gesang: willkommen DiMeo. Man hört es natürlich, dass es nicht Jorn Lande ist, doch keiner wollte eine Kopie. DiMeo hat eine großartige Stimme und muss sich keineswegs verstecken. Er kann sich ohne weiteres mit seinem Vorgänger messen. Seine Stimme passt zu Masterplan. Der Refrain des Songs ist eingängig und voller Power. Ein Appetitanreger ohne Frage. Weiter geht es mit  'Lost And Gone'. Auch hier ein Song der auf schnellstem Weg im Gehörgang ist. Der Refrain konnte mich zu Beginn nicht ganz überzeugen, da er ziemlich simpel ist. Aber nach mehrmaligem Hören ist er auch zu den Favez des Albums gewandert und lässt sich prima mitgrölen. 'Lost And Gone' muss unbedingt auf den Liveauftritten gespielt werden. DiMeos Stimme kommt bei 'Keeps Me Burning' besonders gut zum Vorschein, da der Chorus einiges abverlangt. Ob er wirklich eine Stimme hat merkt man an dieser Stelle, und das stellt Mike I unter Beweis. Harte Riffs, Bass und kräftige Drums, nichts fehlt. Der nächste Song fängt ruhig an, mit leichten Gitarrenriffs, doch sofort wenn man es als Ballade im Kopf notiert hat, schlägt Terrana auf sein heiliges Instrument ein. Abgesehen davon ist dieser Track einer der Schwächeren der Scheibe und davon gibt es kaum welche. Aber ist ja nicht so schlimm, denn 'Gonna Win' kann alles wieder gut machen. Er ist etwas ruhiger aber trotz allem aussagekräftig und einfach spitze gelungen, nicht nur vom Gesang, Gitarren etc. sondern ist hier auch noch ein super Text gelungen. Rasant geht es mit 'Watching The World' weiter. Instrumente sind spitzenmäßig und gekonnt eingesetzt. Leider bleibt der Song trotzdem nicht im Gedächtnis wie manch anderer. Aber der Gitarrenpart nach ca. zwei Minuten ist es allemal wert den Song mehrmals zu hören. 'Call The Gipsy' ist meiner Meinung nach der schwächste Song von allen. Er hat nichts woran ich mich festhalten könnte und was mich begeistert. Auf Platz 9 ist nun doch eine Ballade zu hören, oder eher eine Halbballade. Sie ist keineswegs schnulzig. Also kann sie auch nicht wie bei manch anderen Balladen einem zu schnell auf die Nerven gehen. 'Masterplan', so der nächste Titel. Der Ausnahmedrummer kann sich wieder austoben und auch Mike I gibt alles. 'Masterplan' ist ein weiteres geniales Lied für Gigs. Die ganze Halle grölt: Ma-ster-plan! 'Heart Of Darkness' bildet einen recht ruhigen, aber auch etwas düsteren Abschluss des tollen neuen Masterplans Albums.

Das ausgewählte Cover wie man es von der Band kennt, geschmackssicher. Nicht zu viel nicht zu wenig, recht einfach und dunkel gehalten. Der Titel des Albums lässt sich leicht von den beiden neuen Mitgliedern ableiten.

Masterplan sind wieder da. Zwar in veränderter bzw. neuer Besetzung aber auch eingefleischte Masterplanfans, der alten Formation, sowie Jorn Lande Freaks werden zugeben, dass "MK II" ein großartiges Werk geworden ist, dass vielleicht sogar den Vorgänger "Aeronautics" in den Schatten stellt. Es wird wieder härter und aggressiver. Mehr Drums, mehr Gitarren mehr Power, einfach mehr Masterplan! Mike DiMeo ist der perfekte Sänger für die Band und auch mit Mike Terrana hat die Band einen Glückgriff gelandet. Kaufen, kaufen, kaufen.

Steffie Krämer 






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