Reviews

Morse, Neal
Sola Scriptura

Label: InsideOut (2007)

Beim ehemaligen Mastermind von Spock's Beard weiß man eigentlich nie, was auf einen zukommt. Aber mit "Sola Scriptura" hat er in meinen Augen nach dem letzten eher Richtung klassische Rockoper abdriftenden Solowerk "?" und der Sammlung von Coverversionen wieder einmal alles richtig gemacht. Proggies werden beim Neuling "Sola Scriptura", der sich thematisch mit Martin Luthers reformatorischem Durchbruch beschäftigt, voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Neben den üblichen Verdächtigen Randy George (Bass) und Mike Portnoy (Dream Theater, Drums) wird Herr Morse dieses Mal von keinem Geringeren als Paul Gilbert (ex-Mr Big, Racer X) bei der Gitarrenarbeit entlastet.

Das Ergebnis kann sich absolut hören lassen: epische Longtracks stehen hier im Zentrum, wenn man einmal relativ kurz geratene 'Heaven Is In My Heart' außen vor lässt. Das aus sechs Parts bestehende 'The Door' (29:14) eröffnet die Platte genial mit wilden Gitarrenläufen, Heavy Riffs und großen Melodien. Das kaum kürzere 'The Conflict' (25:00) beschreibt auch musikalisch gelungen die Auseinandersetzung des jungen deutschen Mönchs mit der damaligen Amtskirche. Der bereits erwähnte "Kurztrack" 'Heaven Is In My Heart' nimmt der CD erst einmal etwas an Fahrt. Diese Pause benötigt man auch nach fast einer Stunde Unterhaltung auf höchstem musikalischem Niveau. Nach diesem Luftholen geht es beim abschließenden 'The Conclusion' (schlappe 16:34!) dann doch noch einmal zur Sache.

Es würde mich nicht wundern, wenn der eine oder andere Proggie sich nach intensivem Hören dieser Scheibe doch noch zum Studium der Evangelischen Theologie durchringen könnte! Schließlich bekommt die Kirche nicht oft von solch prominenter Seite eine so gelungene musikalische Schützenhilfe!

Frank Scheuermann 






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