Reviews

III

Label: Atlantic Records (1970/2014)

Aller guten Dinge sind drei. Das muss sich wohl auch Jimmy Page gedacht haben, als er die Wiederveröffentlichung aller Led Zeppelin Studioalben in Angriff genommen hat. Den Abschluss der ersten Veröffentlichungsstaffel macht somit die recht originell betitelte "Led Zeppelin III".

Mit der ersten Scheibe konnte man bereits ein beachtliches Publikum erspielen, durch "Whole Lotta Love" war man bereits eine Legende und mit der dritten Scheibe wusste die Band ihr Repertoire um einige extrem wichtige Klangfarben zu erweitern.

So ist "LZ III" die mit weitem Abstand folkigste Platte der Band überhaupt geworden. Fast die gesamte zweite Plattenseite bestand aus akustischen Stücken, dazu noch "Friends" von Seite 1. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass die Hardrocker auf der Strecke geblieben wären. Bereits beim Eröffnungstrack "Immigrant Song", der inhaltlich die Wikingermythologie aufgreift, geht es ordentlich zur Sache. Auch "Celebration Day" weiß mit einem markanten Riff mehr als zu gefallen. Der letzte echte Heavy-Kracher dieser Scheibe kommt dann mit "Out Of The Tiles", das mit seinem stampfenden Riff alles in Grund und Boden macht. Dazwischen gibt es noch mit "Since I've Been Loving You" eine der ergreifendsten Bluesballaden aller Zeiten mit geradezu göttlicher Gitarrenarbeit.

Auf der ehemals zweiten Seite gibt es Folk und Filkblues mit zum Teil schneidenden akustischen Slidegitarren. In meinen Augen ist "LZ III" die großartigste Led Zeppelin Scheibe aller Zeiten, auch wenn noch andere unfassbare Großtaten folgen sollten. Unterm Strich und wegen der herausragenden klanglichen und ästhetischen Aufbereitung eine Platte, die auch in der zigsten Wiederveröffentlichung ein absoluter Pflichtkauf für jeden Hardrockfan darstellt, auch wenn ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, warum die damalige Single B-Seite "Hey, Hey, What Can I Do" auf der Begleitdisc nicht berücksichtigt worden ist, sich daneben aber einige schöne Ergänzungen in Gestalt von Studio Outtakes und Demos, darunter bislang komplett unveröffentlichte Lieder befinden. Historisch!

Frank Scheuermann

10/10 






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