Reviews

Lionsheart
Abyss

Label: Frontiers Records (2004)

Steve Grimmett war für mich immer ein ähnliches Kaliber von Sänger wie Paul Di’Anno: einige Veröffentlichungen waren nicht weniger als genial, der Rest war eher zu vernachlässigen. Daher stellt sich mir vor dem ersten Hören dieser CD wohl zu Recht die Frage: In welche Richtung geht’s wohl dieses mal? War Grim Reaper ein räudiger und genialer NWoBHM Bastard aus der legendären Ebony-Schmiede, so sagten mir zumindest bislang die Veröffentlichungen von Lionsheart und Onslaught nur sehr bedingt zu. Daher auch vor einigen Jahren meine Freude, als Mr. Grimmett anlässlich des W:O:A den garstigen Sensenmann wieder aus dem Grab holte (Entschuldigung, dieses dümmliche Wortspiel wollte ich uns nicht ersparen...) und mit göttlicher Stimme Klassiker wie ‚See You In Hell’ intonierte. Nun denn, lassen wir die Vergangenheit ruhen, denn die neue Lionsheart-Veröffentlichung ist mehr als respektabel. Mit dem Uptempo-Klopfer ‚Screaming’ gelingt eine Nummer, die in ihrer rauen Produktion eher an Grim Reaper als an die letzten Jahre erinnert. Die gesamte Produktion gemahnt an den ersten Stall des Herrn Grimmett, der übrigens ein waschechter Meat Loaf „weigh-alike“ ist. Das Songrepertoire umfasst mystisch angehauchte elegische Nummern genauso wie bestes britisches Stahl (Beispiele: ‚All I Got’ bzw. der Titelsong ,Abyss’ und ,I Need Love’).

Sollte Herr Grimmett mit seiner äußerst kompetenten Mannschaft zusammen auf Tour kommen, dann kann zumindest ich es nicht erwarten, seine neuen Juwelen genauso zu hören wie seine alten Klassiker. Fettes Pfund für alle, die unter Heavy Metal noch Heavy Metal verstehen! Geil!

Frank Scheuermann






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