Reviews

Witch Dance

Label: Frontiers Records (2002)

Im Sommer 2001 begannen die Arbeiten zu „Witch Dance”, nachdem man für das erste Werk „The Ritual” gute bis sehr gute Kritikern einheimsen konnte. Gitarrist und Keyboarder Magnus Karlsson produzierte die Scheibe zusammen mit Anders Theander in seinem eigenen Home Studio. Veränderungen gibt’s zudem nicht nur in musikalischer Hinsicht: Mit Bassist Dick Löwgren (tourte schon mit Arch Enermy und In Flames) und Drummer Jaime Salazar (Midnight Sun, ex Flower Kings) sind zwei neue Mitglieder am Start, mit denen laut Sänger Richard Bengtsson die progressivere Gangart der Band noch deutlicher zum Ausdruck kommen soll. Die Scheibe startet furios, mit dem Titeltrack hat man den besten Song gleich am Anfang platziert. Beginnend mit einem schönen Gitarren / Keyboardintro steigert sich das Stück zu einem richtigen Ohrwurm mit einem starken Refrain und prägenden melodischen Elementen. Das darauf folgende ,Messenger’ ist es etwas grooviger und düsterer ausgefallen, weiß aber durch seine gekonnten Rhythmuswechsel durchaus zu überzeugen, in denen sowohl ruhige als auch explosive Passagen vorkommen. Leider ist es nach diesen beiden Songs auch mit der Herrlichkeit vorbei. Die restlichen Stücke können keineswegs dieses Niveau halten. Teilweise nett anzuhören verliert sich die Band zu sehr in instrumentalen Spielereien, wodurch die klare Linie abhanden kommt. Last Tribe ist mit Sicherheit keine Band, bei der die einzelnen Mitglieder durch Soli glänzen wollen, dennoch fehlt es der Musik einfach an Durchschlagskraft. Gute Ansätze sind durchaus vorhanden. ,The Eternal Curse’ hat etwas von einem Dampfmacher, wird aber leider durch die viel zu hoch angelegten und dadurch deplazierten Backgroundvocals wieder zunichte gemacht ,Behind Your Eyes’ besticht durch gute Keyboardsparts, die jedoch nicht konsequent weitergeführt werden. Das überflüssige Instrumental ‚Agadir’ kann den durchschnittlichen Gesamteindruck ebenfalls nicht mindern, sodass auf „Witch Dance“ mehr Masse statt Klasse dominiert. Positive Ausnahme ist hierbei ‚Man Of Peace’, ein schneller Song mit traditionellen Heavy Metal Parts und einem eingängigem Refrain.

Leider ist es Last Tribe nicht gelungen, die guten Ansätze konsequent fortzuführen, von daher sollte man von „Witch Dance“ nicht allzu viel erwarten.

Oliver Bender






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