Reviews

Live At The Hollywood Palladium

Label: AFM Records (2012)

Review 1 (CD): 

Experimenteller denn je präsentiert sich Korn bereits auf ihrem neusten - 10ten - Studioalbum "Path Of Totality" (veröffentlicht 2011). Bei den Aufnahmen wurde mit unterschiedlichen Produzenten aus der elektronischen Branche zusammengearbeitet. Egal wie sehr Korn die Geister spaltet, schon immer begleitet sie eine loyale Fanschar. Die US-Amerikaner ziehen ihre Anhänger stets wieder in ihren Bann. Schafft es auch das im September 2012 erscheinende neue Live Album "Live At The Hollywood Palladium"?

"Live At The Hollywood Palladium" erscheint als Live CD/DVD, welches ein Mitschnitt des ausverkauften Konzertes ist. Eine Chance sich vom Livetalent zu überzeugen - falls man Korn selbst noch nicht live erleben konnte. 16 Songs qualifizierten sich hierfür. Unter anderem sind neuartige Dubstep-Parts vorhanden und selbstverständlich auch etwas für die eingefleischten Hardcorefans (Beispiel: 'Here To Stay' oder 'Blind'). Als Schmankerl gibt es ein Pink Floyed Cover: 'Another Brick In The Wall'. Livealben sind in der Regel eine Belebung. Leider kann diese CD die Atmosphäre nicht besonders gut einfangen. Hierzu ist dann eher die DVD geeignet. Bewertet wird in diesem Review nur die uns vorliegende CD. Der Sound ist traurigerweise nur durchwachsen. Auf ihre Kosten kommen insbesondere die, die das letzte Album "Path Of Totality" zu ihren Lieblingen zählen oder es zumindest als gut betiteln, denn neue Songs sind auf der ersten Hälfte der Scheibe ordentlich vertreten. Die Dubstep-Ära ist eröffnet! Dies kann gut aber auch schlecht ankommen. Schwierig zu beurteilen oder zu schätzen. Die zweite Hälfte des Konzertes ist gefüllt mit Klassikern, auch in regulären Versionen.

Ich kann mir denken, dass einige Fans von dieser Veröffentlichung enttäuscht sein werden, denn Korn zeigen sich sehr experimentierfreudig, was nicht immer auf Zustimmung triff - Geschmackssache - aber welche CD ist dies nicht? "Live At The Hollywood Palladium" ein guter Live-Tauchgang mit einigen Höhen und Tiefen.

Steffie Bender

 

Review 2  (DVD):

Korn sind die Erfinder des Nu Metal. Mit scharfen Gitarrensounds und fetten Beats gelang es der Band Mitte der 90er Jahre ein neues Musikgenre aus dem Boden zu stampfen und eine ganze Generation in ihrem Musikverständnis zu beeinflussen. In den letzten Jahren, vielleicht auch bedingt durch zwei Besetzungswechsel, verließen Korn den von ihnen ursprünglich eingeschlagenen Pfad. Das hatte vermutlich auch damit zu tun, dass die Band sich und ihr Erfolgsformular in scheinbarer Endlosschleife zu wiederhohlen schien.

Unmittelbare Folge davon waren recht gespaltene Reaktionen unter dne Fans. Vor zwei Jahren folgte dann der Rückgriff auf alte Tugenden, der jedoch mit der letzten Scheibe, die von einigen Dubproduzenten bearbeitet worden war, wohl wieder zu den Akten gelegt worden ist. Und genau diese Zwickmühle sieht man der hier vorliegenden Live CD/DVD auch an. Korn 2012 erscheinen als eine Band, die nicht so recht weiß, was sie denn eigentlich möchte. Daher ist es fast schon folgericht, dass die ersten sieben Songs (und somit fast die Hälfte der Platte) sich mit dem neueren Zeug beschäftigen, das mit elektronischen Sounds völlig überfrachtet ist, während man den ursprünglichen Korn-Sound erst ab Track acht genießen kann.

Merkwürdig scheint mir auch, dass zwei der absoluten Highlights die beiden Coverversionen sind: Pink Floyds 'Another Brick In The Wall', das in epischer Breite zelebriert wird, und Metallicas 'One', das immerhin als ein kurzes Exzerpt zu vernehmen ist. Wäre ich ein Korn Fan der ersten Stunde, wäre ich vermutlich sehr enttäuscht, da viel zu wenige Klassiker der ersten drei Platten auftauchen. Zudem erscheint mir der Sound der Dub-Phase zu überladen und matschig. Auch wenn die Aufnahmen gut gefilmt sind, stellt sich bei mir leichtes Unbehagen ein. Mein Tipp: Vor dem Kaufen erst einmal reinhören/-schauen, ob man mit dem Dargebotenen auch wirklich etwas anfangen kann.

Frank Scheuermann






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