Reviews

Karmakanic
Who's The Boss In The Factory

Label: InsideOut (2008)

Karwas? Ach ja, da gab es doch schon einmal zwei Veröffentlichungen. „Entering The Spectra“ und „Wheel Of Life“. Un dann diese Musikernamen…..Jonas Reingold…..Göran Edman…..Zoltan Csörsz…..Tomas Bodin……Wo hab ich die denn früher schon einmal gelesen? Und auf den anderen Platten hat noch ein gewisser Roine Stolt die Gitarren bedient???? Na, hats geschnackelt? Richtig, Karmakanic sind das Nebenprojekt von Jonas Reingold, der sich hauptamtlich seine Brötchen bei den Flower Kings verdient, den schwedischen Prog-Übergöttern. Und wann auch immer Jonas Reingold einmal ein wenig Zeit findet, widmet er sich seiner Hobbyband. Dass sich deren Musik jetzt nicht so grundlegend von der seiner Stammband unterscheidet dürfte beim Lesen der oben angeführten Namen auch nicht sonderlich überraschen!

„Who’s The Boss In The Factory“ erfreut den leidenschaftlichen Proghörer mit einem Ausflug in die von uns allen so sehr geschätzte Welt der entrückten Klänge und der kunstvoll ineinander verwobenen Strukturen. Dass dabei immer noch ein ausreichendes Maß an Bodenhaftung gewahrt bleibt ist der Disziplin aller beteiligten Musiker zu danken, die sich zwar zuweilen auch Fusionklängen im Stile eines Herbie Hancock oder des Mahavishnu Orchestra hingeben, das dann aber mit so viel Energie, dass es auch für den einfachen Rockhörer interessant bleibt.

Mein persönlicher Übersong ist mit „Send A Message From The Heart“ gleich an den Beginn der Scheibe gestellt. Sympathiepunkte hagelt es gleich dafür, dass Jonas Reingold seinen kleinen Sohn die ersten Zeilen der Nummer singen lässt. Danach entfaltet sich auf fast zwanzig Minuten das gesamte Mikrokosmos der progressiven Rockmusik inklusive aller oben bereits angesprochenen Jazzelemente. Für mich bleibt diese CD weitaus mehr als eine Überbrückung bis zur nächsten Flower Kings Platte. Ein sehr gelungenes Stück progressiver Wertarbeit. Dass dabei auch noch Andy Tillison von The Tangent in die Tasten hauen darf mag als weiterer Kaufanreiz erwähnt sein. Allerdings hätte diese Musik durchaus auch ohne prominente Namen gelebt! 

Frank Scheuermann






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