Reviews

Angelfire

Label: Antstreet Records (2009)

Natürlich muss der schreibende Rezensent in Kenntnis dessen, dass es sich bei Johnboy um eine saarländische Truppe handelt, erst einmal schmunzeln. Somit hat die Musik vermutlich viel mit Lyoner und Bier zu tun - ganz abgesehen von der nahe liegenden Verbindung zur amerikanischen Vorzeigefamilie schlechthin, den Waltons. Doch erst einmal zur Musik.

Die ist ersfrischen direkt und roh. Die Becken scheppern fröhlich durch die Gegend und der Distortionfaktor ist recht hoch. Die Riffs sind nicht wirklich neu oder gar sensationell, aber das Dargebotene ist überaus sympathisch. Der Gesang ist ein wenig unspektakulär und vermag keine wirklichen Akzente zu setzen, selbst dann nicht, wenn Chorgesang bemüht wird.

Aber der eigentliche Schwachpunkt ist die zuweilen etwas dumpfe und drucklose Produktion. Wäre hier etwas mehr Geld investiert worden, dann hätte man hier richtig punkten können - und seien wir doch mal ehrlich: den Unterschied zwischen einer Hammerscheibe und einem Langweiler macht oft nur die Produktion und weder das instrumentale Vermögen oder die songschreiberische Klasse der Band. Gehen wir mal davon aus, dass Johnboy das nächste Mal mehr Erfahrung haben und auch bessere Sounds und Ideenkatalysatoren geliefert und vor allem bezahlt bekommen. Ansonsten ist das Scheibchen nämlich durchaus eine Hörprobe wert!

Frank Scheuermann






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