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Junkrock

Label: Eigenproduktion (2004)

Acht Jahre sind seit der Gründung von Junkfood vergangen. Der Anfang war die Auflösung von Nastycry. Johnny M., der dahinter stehende Kopf, ist das einzige Gründungsmitglied, das heute noch übrig ist. Durch den Weggang von Drummer und Bassist kamen S. Kobold und Ol’ Fish dazu, was sich später noch auszahlen sollte. Mike Strasser war früher mit Ol’ Fish in verschiedenen Bands unterwegs und sammelte große Erfahrung im Musikbusiness. Mit der Organisation von Veranstaltungen für NOFX, Offspring und anderen konnte man ihm sicher seine Zukunft anvertrauen. Anno 2004 kommt der erste große Schritt in Richtung Bekanntheit, denn das Trio bringt sein erstes Album „Junkrock“ heraus.

Die Musiker beschreiben ihren Stil mit „!!Southern Rock meets Scandinavian kickass!!“. Klangmäßig fühlt man sich an eine Mischung aus Rock’n’roll und Desert Rock erinnert. Der Gesang liegt irgendwo zwischen Lemmy Kilmister und Dave Wyndorf, ist aber viel zu unauffällig. Textlich bekommt man gleich zu Beginn etwas sehr primitives serviert. ‚Ain't You Got The Balls’ ist nicht nur der Titel, sondern auch die Aussage des Songs. Wenn das Lied nicht das Intro wäre und als Frage verstanden werden könnte, wäre das ein denkbar schlechter Beginn. Das Album insgesamt ist sehr vielschichtig und untersteht den Einflüssen diverser Gitarrengötter aus den letzten 70 Jahren. Sogar Elvis lässt sich in ‚Rock 'n' Roll Show’ heraushören. Die unterschiedlichen Spielgeschwindigkeiten sorgen für Abwechslung, dennoch bleibt der Grundsound stets der Gleiche, da nicht mit Verzerrertechnik und ähnlichem gearbeitet wird um die Titel noch deutlicher im Sound zu unterscheiden. Unterhaltend ist der Silberling, aber ob hiermit der aktuelle Geschmack der Leute getroffen wird ist eine völlig andere Frage.

Rock’n’roll der Neuzeit trifft den Stil des Trios am Besten und wer sich davon angesprochen fühlt sollte sich die CD bei den Jungs direkt bestellen. Allen anderen die heutigen Rock bevorzugen kann man nur abraten hier Geld zu investieren.

Winfried Bulach






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