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Unendlich viele Wege

Label: Trollzorn (2014)

Wenn man „Mittelalterrock“ sagt, dann kommt als übliche Antwort ein „Saltatio“ oder „In Extremo“ entgegengeflogen. Dass es auch jenseits dieser Bands noch genügend Bands existieren, das geht – wenn man sich die Spielpläne gerade der größeren Events ansieht – leider oft unter. Die Nürnberger von „Ignis Fatuu“ beispielsweise, die durchaus schon länger mit von der Partie sind und beispielsweise auf dem M'Era Luna auch schon vor größerem Publikum aufgespielt haben.
Mit „Unendlich Viele Wege“ steht nun das immerhin dritte Album in den Regalen. Dass sich gerade 2013 noch mal viel getan hat bei den Jungs und das teils etwas verwirrend ablief, das hat auch man auch selbst erkannt und auf der Homepage eingestanden. Am augenfälligsten sind da natürlich die Besetzungswechsel, die man dem Album auch ankennt.


Es mag Geschmackssache sein, aber eingängiger fand ich die Stimme von Trappe dann doch. Der neue Frontmann P.G. kann von seinem etwas sanfteren Organ aber teils auch profitieren – gerade die Duettparts mit Irene wirken recht überzeugend, wie sich bereits beim Opener „Glaube“ zeigt. Im Vergleich zum Vorgängeralbum kann man aber allen äußeren Problemen zum Trotz das Level halten. Allein das Schlagzeug wirkt an einigen Stellen etwas arg präsent. Damit ist für die Ignis-Fans im Grunde schon alles gesagt. Bleibt noch die Frage, wie sich das Ganze für „Außenstehende“ anhört – seien es nun (noch) Nicht-Ignis-Fans oder gar Leute, die mit MA weniger am Hut haben. Als erstes fallen da die Liedstrukturen auf, die positiv ausgedrückt eingängig sind – oder einem durch ihre Wiederholung auf den Nerv fallen. Hier kann man im Grunde die Hooks und Shouts für die Fans („Ohoho“) gleich miteinbeziehen. Mir ist schon klar, dass das kein Ignis-spezifisches Problem ist und jeder Liveauftritt durch Lieder besser wird, die die Fanbase auch nach einem Fass Met mitsingen kann. Es ändert aber nichts daran, dass sich die CD damit verhältnismäßig schnell totspielt und nach ein paar Durchgängen wohl nur noch für Festivals oder Geburtstagsfeiern vorgekramt wird, auf denen der „Live-Effekt“ nicht stört. 

6,5*/10

(*7,5 für MA-Fans)

KoJe






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