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Turn Of The Screw

Label: Epitaph (2004)

Vor nicht ganz zwei Jahren wurde der Grundstein dieser kalifornischen Band mit einem wirklich guten Debüt-Album namens „Feedback Is Payback“ gelegt. Heute warten sie mit ihrem zweiten Wurf „Turn Of The Screw“ auf. Mal schauen was die Jungs denn so alles getrieben haben und ob sie es diesmal schaffen die Leute zu begeistern…

Nach einem kurzen Klavier-Intermezzo kommen 1208 auch gleich zum Wesentlichen: dem Punkrock. In klassischer Singalong Manier á la Sum 41 geben die Jungs in ‚My Loss’ so richtig Gas und fegen erstmal alle Zweifel beiseite. Der nächste Smasher folgt mit ‚Fall Apart’ auf den Fuß: treibende Gitarren, herrliche Vocals und ein Ohrwurm-mäßiger Refrain drücken diesem Track den Stempel auf. Für die meisten Leutchen wird aber wohl ‚Next Big Thing’ das ultimative Highlight dieses Albums werden, denn dieser Song hat eigentlich alles was ein Klassiker haben muss: cooler Chorus inklusive den typischen „hey“ Reinbrüllern, variationsreiche Vocals und ein gehörige Portion Aggressivität. Natürlich kann dieses Niveau im darauf folgenden ‚Time To Remember’ nicht aufrechterhalten werden, aber immerhin lassen die Jungs nicht locker und treten das (Gas)Pedal weiterhin durch. Das sie der härteren Musik - dem Metal - nicht abgeneigt sind zeigt das Riffing in ‚Smash The Badge’. Auch in ‚Everyday’ machen 1208 einen kleinen Ausflug in etwas andere Gefilde. Diesmal geht es ruhiger zur Sache, vor allen die Drums und die unheimlich melodische Gitarrenarbeit ist hier zu würdigen. Eine komplett unpunkige Seite bekommt der Zuhörer in der fast mittelalterlich klingenden Ballade ‚The Saint’ zu Gesicht. Das Gesamtbild wird lediglich durch eine akustische Klampfe, einer Violine und den Taktgebern bestimmt. Der Titeltrack ‚Turn Of The Screw’ rundet im Anschluss den zweiten Silberling in Pennywise Manier ab. Bleibt nur zu hoffen, dass die Redakteure der Zeitung V****** die passende Antwort bekommen haben und 1208 nicht wieder in die California Punk Ecke einordnen.

Mit „Turn Of The Screw” haben 1208 ein sehr geiles Album mit einer wahnsinnig bombastischen Produktion abgeliefert, das viele Facetten der Band erkennen lässt. Ich bin mal gespannt was uns in Zukunft erwartet.

Nils Manegold






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