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Feedback Is Payback

Label: Epitaph (2002)

1208 das ist die Hausnummer der vier kalifornischen Jungs, die sich auf den Weg machen die Herzen der Melodycore Fans zu erobern. Aber eines vorweg: Sänger Alex hat eine Familiengeschichte, die ich hier gern mal erwähnen möchte. Seine Mutter ist die Schwester des Black Flag Gitarristen Greg Ginn und sein Onkel Raymond Pettibon fertigt Cover, Tourplakate, etc. für diverse Punkbands an (ihr könnt euch von seiner Arbeit beim 1208 Cover überzeugen).

Produziert wurde diese Scheibe von keinem geringerem als Fletcher Dragge (Gitarrist von Pennywise) und Darian Rundall, die auch in musikalischen Aspekten ´Vorbilder´ für das Debütalbum „Feedback Is Payback“ waren. 1208 spielen frischen Melodycore, den man als Pennywise mit Dexter Holland Gesang beschreiben könnte, aber bei den vier Jungs steckt mehr dahinter. Sie vereinen die Härte des Melodycores mit den Tugenden des Post-Punks und singen nicht nur klischeehaft über die Politik, sondern sie widmen sich auch anderen Themen. Nun aber zu den 14 Songs, die man auf dem Album finden kann. Den Anfang macht ein Song namens ‚1988’, der dem Zuhörer von der ersten Sekunde an die Marschrichtung vorgibt. Aber kommen wir erstmal zu den oben angeführten Vergleichen: In ‚Lies That Lie’ ist der Gesang den von The Offspring ziemlich ähnlich, allerdings würden die Mannen um Dexter Holland nicht so kompromisslos zur Sache gehen wie 1208. Der Song den man auf jedem Pennywise Album hätte einbringen können nennt sich ‚Outside Looking In’, hier fällt mir allerdings nichts ein wodurch sich dieser Song von Jim und Co abhebt. Nun kommt mein Favorit des Silberlings ‚Scared Away’ gemächlicher Verse, abgehender Chorus, zudem eingängig und gefühlvoll Gesungen, einfach genial. Normalerweise stehen die Bassisten im Hintergrund, mit ‚Pick Your Poison’ machen 1208 da eine Ausnahme, denn der Song besticht durch einen guten Basslauf und geschickt eingesetzte ohohoh-Parts im Hintergrund. Vom Bass zur Gitarre, ‚Retire’ überzeugt mit richtig guter Gitarrenarbeit, natürlich nach einem guten Bassintro. Auch ein Punkrocksong hat sich auf dem Album eingeschlichen ‚Jimmy’, nennt er sich und ist ein eingängiger Song mit singalong Qualitäten. Den Abschluss bildet ‚Obstructure’, er vereinigt noch mal einige von den oben genannten Attributen: eingängig, cooler Basslauf, Mitgrölcharakter, einfach ein perfekter Song zum Abschluss. Trotz der angestellten Vergleiche habe die Jungs ihren eigenen Stil und machen hoffentlich da weiter wo sie mit dieser CD aufgehört haben, denn dann ist die Zukunft des California Melodycores gerettet. Für Anhänger politischer Texte und Melodycore ist dieser Longplayer wärmstens zu empfehlen.

Nils Manegold