Stories

Februar 2016

Hi Jungs, es ist schon eine Zeitlang her, dass wir uns sahen. Es war 2010 zu eurem Debüt …

ERH: Wie würdet ihr eure Entwicklung von 2010 bis heute beschreiben?

KURT: Grüß dich! Ich denke unsere bis dato veröffentlichten Werke sprechen was das betrifft in jeglicher Hinsicht eine klare Sprache. Wir haben uns musikalisch und lyrisch weiterentwickelt, sind erwachsener und härter geworden. Auf eine gewisse Weise finde ich unsere Musik auch irgendwie „rauer“ als früher, auch wenn die Qualität der Aufnahmen gestiegen ist. Verstehst du was ich meine? Manchen mag dies missfallen – ich finde beide Entwicklungen gut.

 

ERH: Für mich seid ihr jetzt im Pagan-Blackmetal unterwegs, wie kam diese Entwicklung?

KURT: Die genaue Ursache hierfür zu finden ist wahrscheinlich schwierig, aber jeder von uns hat ganz klar seine Berührungspunkte mit dem Black Metal Genre, alleine schon durch unsere anderen Projekte. Dementsprechend ist es nur verständlich dass dies seinen Einfluss in unsere Musik nimmt. Uns deswegen klar als Pagan-Black Metal zu kategorisieren finde ich jedoch falsch. Dafür geht es bei uns teilweise zu melodisch zu, wir arbeiten zuviel mit rhythmischen Staccato-Elementen oder Grooves und sind auch lyrisch nicht mehr im Pagan angesiedelt, wie dir aufgefallen sein dürfte – vorausgesetzt du hast dich mit dem aktuellen und letzten Album beschäftigt, für welche ich die Texte verfasst habe?

 

ERH: Für mich habt ihr auch eine gewisse „erhabene“ Note mit drinnen, schon fast Avantgarde – ist das gewollt?

KURT: Ja, das ist durchaus gewollt. Das „neue“ BIFRÖST klingt erhaben, groß und episch. Wir arbeiten mehr mit Flächen und die Texte und Stimmvariationen unterstützen dies kraftvoll. Texte sind und werden immer ein wichtiger Bestandteil von BIFRÖST bleiben, ebenso wie Folk-Elemente, Blastbeats und einprägsame Melodieführung der Leadgitarre! Das Zusammenspiel dieser Elemente ist uns wichtig und ist maßgeblich für unseren Sound.

 

ERH: Es gibt Pagan/Viking-Bands die sagen, dass das Themenmaterial der nordischen Mythologie schon komplett bearbeitet ist. Seht ihr das auch so und ist es denkbar, dass ihr eure lyrische Ausrichtung in der Zukunft ändert?

KURT: Wie dir aufgefallen sein sollte, sind wir schon längst weit, weit weg von diesem Thema. Wir sind weder Hobby-Wikinger, Methorn-Proleten noch leiden wir unter Realitätsverlust. Unsere lyrische Ausrichtung entwickelt sich immer weiter – ich möchte auch ein Konzept-Album in den nächsten Jahren nicht ausschließen. Sehen wir, was die Zeit bringt. Hand aufs Herz – jeder soll darüber singen, worüber er singen möchte. Es geht primär darum dass auch dementsprechend vertreten und rüberbringen zu können. Wie „bearbeitet“ ein Thema ist, ist dabei irrelevant.

 

ERH: Ich habe euch ja einen Punkt „abgezogen“ wegen der Songanzahl. Wie kam es dazu, dass „lediglich“ 7 Songs auf den Rohling gepresst wurden? Hand aufs Herz, ihr hättet doch bestimmt noch 3 weitere Songs gehabt, oder?

KURT: Falls du das letzte Album „Tor in eine neue Welt“ kennst, wirst du verstehen, warum wir auf „MANA EWAH“ bewusst nur 7 Songs gegeben haben. Das letzte Album hat uns gezeigt, dass es den Hörern einfach zuviel ist, wenn man eine Stunde Spielzeit voll ausreizt. Niemand merkt sich die Songs und man empfindet manche als Lückenfüller, obwohl sie dies gar nicht sind. „MANA EWAH“ hat die perfekte Länge und jeder Song kommt von Herzen bzw. ist genauestens durchdacht, auch was die Abfolge der Titel am Album anbelangt. Du kannst uns dafür gerne einen Punkt abziehen, auch wenn ich dies nicht als gerecht empfinde, bedenkt man, dass wir am letzten Silberling 13 Songs abgeliefert haben. Es ist auch nicht so, dass wir mit „MANA EWAH“ eine Platte mit 30 Minuten Minimalspielzeit hingeklatscht haben. Die Scheibe ist lange genug und ich für meinen Teil setze lieber auf Qualität statt Quantität, aber man kann nicht alle Wünsche erfüllen bzw. alle Geschmäcker treffen. Das war aber auch in keinster Weise unser Gedanke. Wir wollten ein Album herausbringen, wo jeder Song 100% gibt und wir am Liebsten jeden einzelnen von ihnen live spielen würden. Das haben wir geschafft und damit unser Ziel erreicht.

 

ERH: Ist es für euch denkbar zukünftig mal ein Album mit Englischen Lyrics zu komponieren um eine größere Fangemeinde zu generieren? (Mit Begründung, bitte)

KURT: Denkbar ist alles und ich möchte auch nichts ausschließen. Ich erlaube mir an dieser Stelle jedoch die Bemerkung, dass BIFRÖST immer Songs mit deutschen Texten am Album haben wird. Es passt zu uns und ich fühle mich wohl bei dieser Band in deutscher Sprache zu schreien – klarerweise ist damit die „Fangemeinde“ eingeschränkt, zumal der Text an sich eine der wichtigsten Säulen in einem Song darstellt, aber das ist uns egal. BIFRÖST ist unser Hobby und wir machen das nicht um möglichst viele Fans zu haben bzw. kommerziellen Erfolg nachweisen zu können. Das wäre eine ganz andere Zugangsweise. Vermutlich würden wir dann nurmehr Party-Hits und 3-Minuten Songs schreiben und eine Single-Auskopplung nach der anderen machen.

 

ERH: Mein Lieblingssong ist ‚Verräters Geschick‘ und eurer?

KURT: Ich kann hier nur für mich sprechen und meine Favoriten sind: „Tobendes Herz“, „In Todes Angesicht“ und „Eine neue Zeit“. Also die letzten drei Nummern auf „MANA EWAH“.

 

ERH: Welchen Song oder Album würdet ihr jemanden empfehlen der euch gar nicht kennt und warum?

KURT: Natürlich würde ich jemandem, der uns nicht kennt unser aktuelles Album „MANA EWAH“ empfehlen – ganz einfach weil es den aktuellen Stand von BIFRÖST darstellt. Die Anspieltipps wären dann wohl oben erwähnte drei Songs, sollte er gerade mit mir in Kontakt stehen… 

 

ERH:Ist eine Kooperation mit einer anderen band oder gar einer Band aus einem anderen Genre vorstellbar? Wenn ja, mit wem?

KURT: Kooperationen sind schwierig und vor allem zeitintensiv. Distanz spielt immer eine große Rolle und so etwas will gut geplant bzw. durchdacht sein. Ausschließen möchte ich nichts – wir holen uns immer wieder Gastmusiker, die einzelne Parts einspielen oder –singen. Konkret haben wir jedoch für unsere nächsten Aktivitäten noch nichts in diese Richtung geplant.

 

ERH: Noch ein paar letzte Worte für unsere Leser?

KURT: Glaubt an euch und an das was ihr tut, hört guten Metal und versucht die Welt sowohl mit dem gebührenden Ernst als auch mit dem notwendigen Humor zu betrachten.

ERH: Dank für eure Zeit und ich hoffe, dass wir uns bald wiedersehen, Skal!!!






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