Konzerte

Saltatio Mortis

23.Januar 2003

Wenn man die aktuelle CD „Das Zweite Gesicht“ von den 7 Mittelalter-Rock-Jungs von Saltatio Mortis schon einmal gehört hat (ist eigentlich Pflichtprogramm!), kann sich sicherlich denken, wie gespannt man ist, diese Ausnahmegruppe live zu sehen und anzuschauen, wie die Jungs diese Fülle von Instrumenten und die Beats auf der Bühne umsetzen wollen.

Genauso ging es mir an diesem Abend als ich das KUZ in Mainz betrat aber gleich zu meiner Überraschung feststellen musste, dass nicht so viel Leute gekommen waren, wie ich mir eigentlich gedacht hatte. Vielleicht lag es am Wochentag - Donnerstag - vielleicht an dem schlechten Wetter, vielleicht an der Vorankündigung - egal, das KUZ hätte auf jeden Fall mehr Leute vertragen können.

Ein erster Blick auf die Bühne: Viele Instrumente - alle selbstgebaut! - unter anderem Sackpfeifen mit liebevoll geschnitzten Motiven, eine Drehleier, Pauken, Trommeln und allerlei andere Objekte, mit denen Musik erzeugt werden kann.

Kurz vor 21:30 erklingt dann endlich das Intro der aktuellen CD und die 7-köpfige ´Boyband´ betrat in mittelalterlichen Gewändern die Bühne und bewaffneten sich mit ihren Instrumenten um kurz darauf mit ‚Junges Blut’ einen Anfang für das Konzert an diesem Donnerstag zu schaffen. Wie anfangs erwähnt war das KUZ nicht voll, trotzdem ist der Funke von der Bühne sofort aufs Publikum gesprungen und es durfte getanzt werden, denn wie auf den T-Shirts verkündet wird „wer tanzt, stirbt nicht“ in Anlehnung an die mittelalterlichen Spielleute, die durch ihre Musik versuchten, besser als der Tod in Gestalt eines Spielmanns zu musizieren, und ihm somit sozusagen Paroli zu bieten. Die unglaubliche Kraft der Sackpfeifen, die handgemachten elektronischen Beats, die E-Gitarren, das Schlagzeug, die Drehleier - alles kam unglaublich kraftvoll durch die Boxen und man war schon fast gezwungen sich zur Musik zu bewegen. An dritter Stelle der Setlist tauchte dann mein Lieblingssong der Formation auf, der ‚Dunkle Engel’. In diesem Song wird die Erklärung preisgegeben, warum manche Männer morgens mit einem kleinen (oder großen...) ´Problem´ aufwachen... Musikalisch erste Sahne!

Aber nicht nur Songs wie ‚Licht und Schatten’, ‚Stella Splendens’ oder ‚Sehnsucht’ wussten das Publikum zu begeistern, auch die Einschübe der Jungs auf der Bühne sorgten für den ein oder anderen Lacher. Insbesondere die kleinen Techtelmechtel zwischen Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein an der Drehleier und Lasterbalk der Lästerliche an allerlei Trommeln sorgten immer wieder für gute Stimmung, selbst wenn die Technik mal versagte. So wurde auch schnell festgestellt, wer das längste „Rohr“ auf der Bühne hatte, nämlich Ungemach der Missgestimmte mit seiner riesigen Sackpfeife; auch eine mittelalterliche Werbepause mit sehr interessanter Präsentation der aktuellen CD „Das Zweite Gesicht“ oder die generellen Ankündigungen und Geschichten zu und vor jedem Song sorgten für exzellentes Entertainment. Das beeindruckendste Bild aber ergab sich ‚Skudrinka’, einem reinen Instrumental, als sich vier der sieben jeweils eine Sackpfeife zur Hand nahmen und eine Art Choreographie in einer Reihe auf der Bühne gezeigt haben und dabei selbst die langhaarigen Metaller mit Headbanging auf ihre Kosten kamen.

Einziger Wehrmutstropfen an diesem wunderschönen Abend war, dass Saltatio Mortis nach 3 Zugaben (und unter frenetischem Applaus nach knapp 2 Stunden die Bühne verließen und Gig beendet war. Ich habe schon viele Bands live gesehen, aber schon lange hatte ich nicht mehr solch eine Freude auf einem Konzert - Saltatio Mortis sind einfach genial und ich kann jedem, egal welchem Alters oder egal welcher Musikgeschmack, nur raten sich diese 7 sympathischen Jungs live anzuschauen oder zumindest in die CD reinzuhören, ich garantiere Euch ihr werdet es nicht bereuen!

Thomas Schmitt 






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