Konzerte

Powerwolf
Mystic Prophecy, Stormworrior, Lonewolf

27.April 2012

Vorbei ist die Zeit, in der Powerwolf als Support von Gamma Ray, Rage u.a. dienten. Längst sind die Wölfe zum Headliner geworden, die Konzerthallen füllen. Den Stoff dafür haben sie stets im Petto. Vier Studioalben brachten sie bisher ans Tageslicht, auf denen eine Metalhymne nach der anderen zu hören ist. Ich werde den Tag nie vergessen, an dem ich Powerwolf das erste Mal sah - und vor allem an das, was ich in diesem Moment dachte. Die Wölfe spielten 2005 als Vorband von Gamma Ray in der Langener Stadthalle. Die in Mehl gefallene Männer traten auf die Bühne und ich dachte: "Jesus! Was ist das denn?" Mittlerweile bin ich ein großer Fan dieser - sich nicht so ganz ernst nehmenden Band - geworden. Wie es den Anschein hat, geht es nicht nur mir so. Allein bei der Ankunft auf dem Parkplatz war es auffallend, wie viele Metalheads Powerwolf-Shirts mit dem Aufdruck "Metal Is Religion" trugen.

Bevor die Leitwölfe die Menge zum Toben bringen konnten, gehörte die Bühne drei anderen nicht zu verachtenden Bands. Aus zeitlichen Gründen trafen wir erst zum deutsch-griechischen Quintett von Mystic Prophecy in der Halle ein. Daher konnten wir die Franzosen von Lonewolf und die Hamburger der Band Stormworrior nicht sehen. Als wir durch die Tür der Halle 101 traten, schlug uns eine Wand aus Hitze und stickiger Luft entgegen. An dieser Stelle zitiere ich den Powerwolf Post auf Facebook: "Had a great heavy metal sauna with 750 believers in Speyer. Damn, that was Hot!".

Wenn man überlegt, wie viele Auftritte am Ende dieser Wolfsnächte Tour bereits hinter jeder Band liegen, ist es umso erstaunlicher, welche Energie sie alle auf der Bühne noch entfesseln können. Spielfreude pur, was die rund 750 Gäste begeisterte.

Mystic Prophecy hatten ihre neue Scheibe "Ravenlord" im Gepäck. Wie es sich auch gehört, stand der neuste Silberling aber nicht gänzlich im Fordergrund. Mystic Prophecy spielten ein optimales Gemisch aus neuen und auch alten Songs der vergangenen Alben. Als dritte und letzte Band vor Powerwolf hätte dieser Auftritt in die Hose gehen können. Schließlich rockten die Fans schon eine ganze Weile und warteten nun gierig auf ihre Headliner. Doch Mystic Prophecy ließ sich nicht zwischen klassischen Metal (Stormworrior) und den Leitwölfen zerdrücken. Nach dem perfekten Einstieg mit 'Through The Eyes Of The Devil' folgte ein Hammersong nach dem Nächsten (unter anderen: 'Savage Souls', 'Evil Empires', die neuen Songs 'Die Now' und 'Ravenlord'). Ein wenig vermisst habe ich Titel wie 'Revolution Evil' und 'Across The Gates Of Hell', die sind live einfach genial...schade. Trotzdem ein durchaus gelungener Auftritt des Power-Quintetts.


Nach kurzer Pause war auch schon das Bühnenbild für Powerwolf aufgebaut. Wow, das ging fix und unkompliziert. Das habe ich schon anders erlebt. Organisation = top.

Ein mystisches Intro und ein Hauch von Weihrauch strömten durch die Halle 101. Immer wieder hört man sie rufen: "Powerwolf! Powerwolf! Powerwolf!" Kaum eine Minute später betraten die Wölfe ihre Bühne. Ohne Umschweife donnerten sie gleich mit 'Sanctified With Dynamite' los und entfachten ein metallisches Feuerwerk! 'Prayer In The Dark' folgte sogleich und die Menge tobte. Wer Powerwolf kennt, weiß, das Blut im Vordergrund steht. Zumindest was ihre Songs betrifft und angeblich den Inhalt von Atillas Kelch. So durften natürlich die Hits 'All We Need Is Blood' und 'We Drink Your Blood' nicht fehlen. Attila Dorn - das ist der Name vom Frontmann der Leitwölfe. Er genoss eine klassische Gesangsausbildung, was man in jedem Song hört. Verdammt kann der Mann singen. Was ein Stimmvolumen! Ich bin jedes Mal aufs Neue begeistert. Zusätzlich ist er für die meisten Lacher verantwortlich. Er hat einfach die perfekte Theatralik und mit seiner markanten Aussprache sowie seinen flotten Sprüchen schafft er es, das Publikum zum Schmunzeln zu bringen. Auch wenn Attila definitiv im Vordergrund steht: Matthew und Charles Greywolf versprühen ebenfalls eine unglaubliche Energie und lassen sich beharrlich von Ventilatoren anblasen, um die Mähne fliegen zu lassen. Der Organist Falk Maria Schlegel nutzte die Orgelpausen, um mit der großen Powerwolffahne über die Bühne zu heizen und das Publikum weiter anzuspornen. Vom Wolfdrummer Roel gab es ein kurzes aber wirklich gutes Drumsolo: In Form von Painkiller!

Bei anderen Bands würde mir das Konzept mit den immer wiederkehrenden Sprüchen auf die Nerven gehen, bei Powerwolf hingegen ist es ein Muss und einfach Kult! Ich wäre enttäuscht, wenn er die männlichen Fans nicht fragen würde, ob sie am Morgen unter der Bettdecke eine Latte hatten und daraufhin der - nur für die Männer bestimmte - Song 'Resurrection By Erection' nicht kommen würde. Natürlich bedankte sich Attila artig bei den Fans;  Sein typisches  "vielen Dankeschön..." wurde mit "vielen Bitteschön..." beantwortet. Mit 'Lupus Dei' verabschiedete sich die Band nach einer Stunde kurz von den Fans, um selbstverständlich noch einmal hinauf zu treten und ihre Metalmesse weiterzuführen. Mit 'In Blood We Trust' beendeten Powerwolf um 23.00 Uhr ihre Wolfsnächte in der Halle 101 in Speyer.

Und die Shirts behalten Recht: Metal Is Religion!

Steffie Bender






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